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Elf-Leuna-Affäre: Elf-Lobbyist Holzer mit Haftbefehl gesucht

zuletzt aktualisiert: 10.08.2000 - 18:13

Paris (AP). Gegen den deutschen Elf-Lobbyisten Dieter Holzer hat ein französischer Ermittlungsrichter internationalen Haftbefehl erlassen. Das bestätigten am Donnerstag Justizkreise in Paris.

Laut einem vorab veröffentlichten Bericht der Zeitung "Le Monde" vom Freitag hat Richter Renaud Van Ruymbeke den Haftbefehl Anfang der Woche an Interpol weitergeleitet. Der 58-Jährige sei nicht dem Wunsch der französischen Behörden nachgekommen, sich im Zusammenhang mit der Elf-Leuna-Affäre an seinem Wohnsitz in Monaco vernehmen zu lassen.

Die französischen Ermittler hätten die Überzeugung gewonnen, dass Holzer auch nicht für eine Befragung nach Paris kommen wollte. Der Lobbyist soll von Elf-Aquitaine 161 Millionen Franc (etwa 48 Millionen Mark/25 Millionen Euro) im Zusammenhang mit dem Kauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie durch das damalige französische Staatsunternehmen im Jahr 1992 erhalten haben. Weitere 96 Millionen Franc gingen der Zeitung zufolge an den ehemaligen Mitarbeiter des französischen Geheimdienstes Pierre Lethier.

Seit längerem wird darüber spekuliert, dass ein Teil der Gelder als Wahlkampfhilfe in die Kassen der CDU geflossen sei. Der frühere Parteivorsitzende Helmut Kohl hat dies stets energisch bestritten. In einem Rechtshilfeersuchen der Genfer Staatsanwaltschaft an ihre Kollegen in Augsburg vom Dezember vergangenen Jahres im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Holzer tauchten laut Medienberichten die Namen mehrerer CDU-Politiker auf, darunter der ehemalige Bundesverkehrsminister Günther Krause, Exkanzleramtschef Friedrich Bohl und die frühere Parlamentarische Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Agnes Hürland-Büning.

Quelle: RPO Archiv

 
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