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Washington
Entsetzte Reaktionen auf Trump-Tweet

Washington. US-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag von Barcelona mit einem Tweet entsetzte und angewiderte Reaktionen ausgelöst. Trump legte der Welt nahe, im Kampf gegen Terrorismus die Methoden des US-Generals John Pershing zu studieren.

Einer Legende nach soll Pershing vor mehr als 100 Jahren auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit Projektilen exekutiert haben, die er zuvor in Schweineblut getaucht hatte. Mit dem Blut der für gläubige Muslime unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen. "Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr", schrieb Trump bei Twitter. Er hatte diese Legende bereits im Wahlkampf zitiert. Laut Historikern gibt es keinerlei Anlass, die Geschichte um Pershing für wahr zu halten, die sich angeblich in den Jahren der Moro-Rebellion (1899 - 1913) zugetragen haben soll.

In zahlreichen Reaktionen auf Trumps Tweet hieß es in sozialen Netzwerken und anderen Medien, während die Welt noch um die Toten von Barcelona trauere, verweise der Präsident der Vereinigten Staaten auf eine Lüge, in der die Exekution Gefangener glorifiziert werde. Die "New York Times" schrieb, der US-Präsident lasse in offensichtlich großer Bedrängnis wieder ganz den ungezügelten Wahlkämpfer heraus.

(dpa)
 
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