Zeuge im Malloth-Prozess: "Er war wie ein Teufel"
zuletzt aktualisiert: 26.04.2001 - 16:47München (rpo). Im Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher Anton Malloth (89) hat der erste direkte Zeuge den Angeklagten schwer belastet. Der heute 73-jährige Richard Löwy aus Wien schilderte am Donnerstag in München vor Gericht, wie er im August 1944 als 16- Jähriger in das Gestapo-Gefängnis "Kleine Festung Theresienstadt" eingeliefert worden war. Seine Eltern waren zu diesem Zeitpunkt bereits deportiert, Löwy sah sie nie wieder.
Im damals eiskalten Januar soll der Lagerkommandant unter dem Gelächter der Aufseher - darunter Malloth - einen Häftling gezwungen haben, nackte Mitgefangene solange mit eiskalten Wasser zu bespritzen, bis diese starben. Löwy vor Gericht: "Ich hörte ihr Weinen, ihr Schreien. Sie starben so langsam." Löwy musste dann die Leichen fortschaffen.
Bei der Einlieferung in das Lager hatte sich der 16-Jährige den Judenstern abgerissen und war nicht der Anweisung gefolgt, als Jude unter den Eingelieferten heraus zu treten. Als dies später entdeckt wurde, sei er von Malloth persönlich verprügelt worden. Löwy vor Gericht: "Er war einer der Schlimmsten. Er war wie ein Teufel." Als Häftling sei er mit der "Arbeit" betraut worden, Leichen mit einem Karren abzuholen und in die Leichenkammer zu fahren.
Malloth, der von 1940 bis 1945 Aufseher in der "Kleinen Festung Theresienstadt" im heutigen Tschechien war, soll damals drei Menschen ermordet haben. Die Anklage lastet ihm außerdem einen weiteren versuchten Mord an.
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