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Erdogans riskantes Spiel

Recep Tayyip Erdogan spielt mit dem Feuer: Mit der "Kriegserklärung" an die kurdischen Separatisten macht der türkische Präsident den Konflikt in Syrien und dem Irak noch unübersichtlicher, er bringt sein eigenes Land in Gefahr und die Nato in eine absurde Lage. Denn er bekämpft letztlich diejenigen, die die Nato als Verbündete gegen die Terrormiliz IS aus gutem Grund militärisch stärkt. Von Helmut Michelis

Vieles spricht dafür, dass Erdogans Vorgehen innenpolitisch motiviert ist. Das Chaos in der Grenzregion zu Syrien bietet ihm einen guten Vorwand, mit Gewalt gegen die Kurden vorzugehen. So kann er sich als starker Mann, gar als Retter der Türkei profilieren, die er durch die Vision eines Kurdenstaats bedroht sieht - nicht ganz zu Unrecht übrigens. Darum sind die kurdischen Gruppen für ihn noch gefährlicher als der IS.

Der neue Zweifrontenkrieg dürfte der Türkei unruhige Tage bringen. Das Land ist für Deutsche beliebtes Urlaubsziel, seine Südgrenze wird durch deutsche Flugabwehrraketen geschützt, und im benachbarten Nord-Irak bildet die Bundeswehr kurdische Kämpfer aus. Der Konflikt ist also auch uns unbehaglich nah.

Quelle: RP
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