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Köln
Erste Verurteilung wegen Sexualdelikts an Silvester

Köln. Erstmals ist ein Täter aus der Kölner Silvesternacht wegen eines Sexualdelikts verurteilt worden. Das Amtsgericht Köln sprach einen 21 Jahre alten Iraker wegen sexueller Nötigung schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung nach Jugendstrafrecht. Ihm war vorgeworfen worden, eine Frau in der Silvesternacht an sich herangezogen, sie geküsst und im Gesicht abgeleckt zu haben. Das Opfer war zudem von mehreren Männern umringt worden. Ein 26 Jahre alter Algerier wurde wegen Beihilfe zur sexuellen Nötigung und versuchter Nötigung zu einer Strafe in gleicher Höhe verurteilt.

Die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht haben bislang zu rund 1200 Anzeigen geführt, rund 500 davon wegen einer Sexualstraftat. Die Aufarbeitung gilt als schwierig, weil die Zustände vor dem Hauptbahnhof chaotisch waren. Oft erkennen die Opfer die Täter nach Angaben der Ermittler nicht wieder.

Zuvor waren 14 Angeklagte verurteilt worden, unter anderem wegen Diebstahls, Hehlerei und Raubs, aber nicht wegen einer Sexualstraftat. Im Mai wurde ein Angeklagter vom Vorwurf der versuchten sexuellen Nötigung freigesprochen, weil ihn das Opfer nicht wiedererkannte. Die Kölner Staatsanwaltschaft beziffert die Zahl der Beschuldigten aktuell mit 215. Die meisten kommen aus Algerien und Marokko.

Als Konsequenz auch aus der Silvesternacht beschloss der Bundestag gestern ein neues Sexualstrafrecht. Es soll die Rechte der Opfer stärken und Grauzonen beseitigen.

(dpa)
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