Stützung des Euros begrüßt: EU-Finanzminister-Treffen in Brüssel
zuletzt aktualisiert: 07.11.2000 - 11:39Brüssel (AP). Die Finanzminister der Euro-Zone haben die Intervention der Europäischen Zentralbank zu Gunsten der gemeinsamen Währung begrüßt. Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der französische Finanzminister Laurent Fabius, sagte am Dienstag: "Wir treten weiterhin für einen starken Euro ein, der im Interesse des Wachstums sowohl der Euro-Zone als auch der Weltwirtschaft liegt." Fabius nannte das Wachstum in den elf Mitgliedstaaten der Währungsunion robust. Das Risiko einer importierten Inflation auf Grund des schwachen Euro müsse "im Auge behalten werden", sei aber noch nicht konkret.
Die Europäische Zentralbank hat bereits vier Mal zu Gunsten des Euro interventiert, der seit seiner Einführung im Januar 1999 mehr als ein Viertel seines Wertes verloren hat. Zuletzt griff die EZB am Freitag und am Montag ein. Der Euro konnte sich daraufhin zwar leicht stabilisieren, aber nicht an Wert gewinnen. Fabius begrüßte die "Anwesenheit der EZB auf den Devisenmärkten". Weitere Interventionen wurden nicht ausgeschlossen.
"Es gibt ein großes Aufwertungspotenzial für den Euro, wenn man die Wirtschaft in den Euro-Ländern betrachtet", sagte Fabius. EU-Finanzkommissar Pedro Solbes betonte ebenfalls, die Paritäten entsprächen nicht der Wirtschaftskraft der einzelnen Länder. Die Märkte hätten die großen Fortschritte Europas bei der Liberalisierung der Wirtschaft und den Strukturreformen nicht angemessen gewürdigt. Schlüsselelement für den Außenwert des Euro seien die unterschiedlichen Wachstumserwartungen in der Euro-Zone und den USA. Die neuesten Wachstumszahlen aus den USA, die auf eine Abschwächung hindeuteten, könnten Hinweis für eine Wende sein, sagte Solbes.
Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone bezifferte Fabius auf drei Prozent. Die Kerninflation habe im September bei 1,4 Prozent gelegen. Solbes bezeichnete die konjunkturelle Entwicklung trotz des Ölpreisanstiegs und der Inflationsgefahr auf Grund des schwachen Euros als gut.
Überalterung der Bevölkerung bedroht Rentensysteme
Die Zusammenkunft der Euro-Gruppe ging am Dienstag über in eine Ratssitzung der EU-Finanzminister. Dort sollte unter anderem die zunehmende Alterung der Bevölkerung auf der Tagesordnung stehen. Die EU-Kommission hatte in einem Bericht ein düsteres Bild für die Finanzierung der Rentensysteme gemalt, falls in den kommenden 50 Jahren keine grundlegenden Änderungen vorgenommen würden. Überlegungen im Rat zielen darauf ab, es Arbeitnehmern zu erschweren, früher in Rente zu gehen. Außerdem soll die Erwerbsquote der Frauen erhöht werden. "In jedem einzelnen Land müssen heikle Entscheidungen getroffen werden", sagte Fabius.
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