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Straßburg
EU-Politiker wollen Gespräche mit der Türkei einfrieren

Straßburg. Im Europäischen Parlament formiert sich eine breite Mehrheit für das Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei. Gleichzeitig warnten bei der gestrigen Plenardebatte einige Abgeordnete vor einem vollständigen Abbruch des Dialogs. "Ein ,Weiter so' kann es nicht geben", sagte der Abgeordnete der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), in Straßburg. Seine Fraktion, die größte Gruppe im EU-Parlament, unterstütze deswegen die Forderung, die Beitrittsgespräche zunächst einzufrieren - "nicht abzubrechen", betonte er. Die Fraktionsführerin der Grünen, Rebecca Harms, sagte: "Es wäre für mich sehr traurig, wenn wir nach zwölf Jahren Engagement in der Türkeipolitik sämtliche Brücken in die Türkei verlieren würden."

Morgen wollen die Abgeordneten über eine entsprechende Resolution abstimmen. An der genauen Formulierung wird noch gefeilt. Hintergrund ist die Verhaftungswelle in der Türkei nach dem Putschversuch Mitte Juli. Nach Medienangaben sitzen dort derzeit mehr als 36.000 Menschen in Untersuchungshaft.

(dpa)
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