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Inselbewohner stimmt über Beitritt ab: EU-Volksabstimmung auf Malta

zuletzt aktualisiert: 08.03.2003 - 14:57

Valletta (rpo). Auf Malta hat die Volksabstimmung über den Beitritt des Landes zur Europäischen Union begonnen. Knapp 300.000 der 400.000 Inselbewohner sind auf dem nur 315 Quadratkilometer großen Mittelmeer-Staat wahlberechtigt.

Malta ist das erste von zehn Ländern, mit denen die EU die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen hat, das über den Beitritt abstimmt. Umfragen zufolge ist mit einem Sieg der EU-Befürworter zu rechnen.

Es wurde eine hohe Wahlbeteiligung erwartet. Die Auszählung der Stimmen beginnt jedoch erst an diesem Sonntag, nachdem alle Urnen zur Wahlzentrale in die Hauptstadt Valletta gebracht worden sind. Das Ergebnis wird im Laufe des Sonntags erwartet.

Die nationalistische Regierung von Ministerpräsident Eddie Fenech Adami bezeichnet den Beitritt als unausweichlich für die Zukunft des Landes im Zeitalter der Globalisierung. Die sozialistische Opposition warnt hingegen vor dem Verlust der Neutralität des Landes und vor verstärktem Zustrom ausländischer Arbeitnehmer.

Brüssel hatte Malta bei den Beitrittsverhandlungen zahlreiche Zugeständnisse gemacht. So muss das geltende Abtreibungsverbot nicht geändert werden. Zudem wurden zahlreiche Übergangsbestimmungen festgelegt. Bürger anderer EU-Staaten können sich in den ersten sieben Jahren der EU-Mitgliedschaft nur mit behördlicher Einwilligung auf Malta niederlassen.

Die Erweiterung der EU auf 25 Staaten ist für 2004 vorgesehen. Zuvor müssen in allen künftigen Mitgliedstaaten Volksabstimmungen abgehalten werden. Die Parlamente der derzeit 15 EU-Staaten müssen zudem den Beitritten formell zustimmen. Das nur 315 Quadratkilometer große Malta würde Luxemburg als kleinstes EU-Land ablösen.


 
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