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Kanzlerin glaubt an Lösung der Schuldenkrise
Merkel: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg"

Porträt in Bildern: Das ist Angela Merkel
Porträt in Bildern: Das ist Angela Merkel FOTO: dpa, Patrick Seeger
Berlin. Während ein griechischer Minister sicher ist, dass es eine Einigung in der Schuldenkrise bis zum 18. Juni geben wird, geht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den festgefahrenen Griechenland-Verhandlungen weiter von einer Lösung aus. 

"Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg", bekräftigte Merkel am Freitag in Berlin auf einer Veranstaltung der  Familienunternehmen. "Aber der Wille muss von allen Seiten kommen", betonte die Kanzlerin zugleich. "Deshalb finde ich es auch richtig, dass wir immer und immer wieder miteinander sprechen."

Und auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzt weiter auf eine Einigung zwischen Griechenland und den Gläubigern. "Ich habe nach wie vor die Hoffnung, dass die Vernunft sich durchsetzt", sagte der SPD-Chef am Freitag in München auf der Jahresversammlung des Ifo Instituts. Ein Ausscheiden aus dem Euro wäre für das Land eine "mittlere Katastrophe" und würde auch Europa tief erschüttern.

In der griechischen Finanzkrise sind die kommenden Tage nach Einschätzung der Regierung in Athen entscheidend. Eine Einigung mit den Gläubigern sei bis zur Tagung der Eurogruppe am nächsten Donnerstag möglich, sagte der griechische Staatsminister Alekos Flambouraris am Freitag im Staatsfernsehen ERT. "Es wird eine Einigung geben, weil eine Pleite Griechenland weder zugunsten von uns noch unseren Gläubigern wäre", sagte er. Flambouraris gilt als einer der engsten Berater des linken Regierungschefs Alexis Tsipras.

Die Eurogruppe berät am 18. Juni in Luxemburg über die Finanzkrise. Ende Juni droht Griechenland die Staatspleite, wenn bis dahin keine Übereinkunft über die Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erzielt wird. Um das zu vermeiden, wird nach Angaben von EU-Diplomaten über eine Verlängerung des Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramms um drei Monate diskutiert. Athen könnte zudem Zugriff auf etwa 10,9 Milliarden Euro Reserven erhalten, die im laufenden Hilfsprogramm zurückgestellt wurden, um Banken zu rekapitalisieren.

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte dem Fernsehsender Mega, entweder gebe es bis Donnerstag eine Einigung oder Athen werde seine Schulden an die Geldgeber "nie" zurückzahlen. Kammenos ist Chef der rechtspopulistischen Partei Unabhängige Griechen (Anel), des kleineren Koalitionspartners von Tripras Linkspartei Syriza und gilt als Hardliner in der Regierung.

(dpa)
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