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Gefährliche Balkanroute
Flüchtlinge von Kälte und Menschenhandel bedroht

Balkanroute: Flüchtlinge von Kälte und Menschenhandel bedroht
"Die Menschen benötigen dringend warme Decken, Kleidung, festes Schuhwerk und sichere Unterkünfte." FOTO: dpa, lb
Belgrad. Die Hilfsorganisation Care warnt vor zunehmenden Gefahren für Flüchtlinge auf der Balkanroute. Die bereits sehr erschöpften Menschen seien stark gefährdet, Opfer von Misshandlung und Gewalt zu werden.

Zum einen gefährdeten eisiger Wind und Temperaturen bis minus zehn Grad die Gesundheit, zum anderen nähmen Menschenhandel und -schmuggel immer weiter zu, berichtete Care-Generalsekretät Karl-Otto Zentel am Montag von seinem Besuch bei Hilfsprojekten in Serbien und Kroatien. 

"Die Menschen benötigen dringend warme Decken, Kleidung, festes Schuhwerk und sichere Unterkünfte", betonte Zentel. "Die Grenze zwischen Leben und Tod ist schmal. Wir müssen sicherstellen, dass sie unter diesen harten Winterbedingungen nicht überschritten wird."

Frauen und Mädchen besonders gefährdet

Care beobachte auch eine erhebliche Zunahme des Menschenhandels in der Region mit Beunruhigung, so der Generalsekretär weiter: "Es gibt unzählige Geschichten von Flüchtlingen, die während ihrer Flucht ausgeraubt, misshandelt oder schwer verletzt wurden. Sie zeigen den Helfern Wunden und Narben, die von schweren Misshandlungen zeugen."

Besonders gefährdet seien Frauen und Mädchen: "Sobald sie ihr Leben in die Hände von Schmugglern und Menschenhändlern geben, sind sie diesen schutzlos ausgeliefert. Sie werden nicht selten Opfer von sexualisierter Gewalt, Misshandlung oder anderen Formen von Gewalt."

Care fordert die Schaffung von legalen und sicheren Wegen, auf denen Flüchtlinge Asyl beantragen können, ohne die Verletzung ihrer Menschenrechte zu riskieren. Zurzeit würden an allen Grenzen in der Region lediglich Menschen mit syrischer, irakischer oder afghanischer Staatsangehörigkeit eingelassen. Das stelle eine Verletzung des individuellen Menschenrechts auf Asyl dar. Es müsse gewährleistet werden, "dass jeder Fall die Prüfung erhält, die ihm zusteht".

(gol/KNA)
 
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