In den 27 Ländern der Europäischen Union waren am Sonntag insgesamt 375 Millionen Menschen aufgerufen, die 736 Abgeordneten im Europaparlament zu bestimmen.
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht für die einzelnen Länder.
Belgien
Gewinner: Die Christdemokraten. Mit einem Anteil von 15,2 Prozent wurden sie am Sonntag stärkste polítische Kraft vor den Liberalen mit 13 Prozent.
Verlierer: die rechtsextreme Partei Vlaams Belang, deren Anteil von 14,3 Prozent auf 10,6 Prozent zurückging.
Die anderen: Die frankophonen Sozialisten erreichten 10,0 Prozent. Die grüne Partei Ecolo konnte ihr Ergebnis auf 7,9 Prozent mehr als verdoppeln.
Wahlbeteiligung: 86 Prozent. In Belgien herrscht Wahlpflicht.
Bulgarien
Gewinner: In Bulgarien hat die konservative Oppositionspartei nach den bislang vorliegenden Ergebnissen die Europawahl mit klarem Vorsprung gewonnen. Nach Auszählung von 34 Prozent der Stimmen kam die Partei Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens (GERB) auf 26,8 Prozent.
Verlierer: Die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Sergei Stanischew erreichten am Sonntag nur 18,8 Prozent der Stimmen und landeten damit auf Platz zwei.
Wahlbeteiligung: Die Wahlbeteiligung lag bei 38 Prozent.
Dänemark
Gewinner: Die Sozialistische Volkspartei SF und die rechtspopulistische Dänische Volkspartei DF.
Verlierer: die Sozialdemokraten. Auf Platz vier liegt die ausländerfeindliche Dänische Volkspartei.
Wahlbeteiligung: 60 Prozent
Deutschland
Gewinner: Die kleinen Parteien FDP und Grüne. Die meisten Stimmen bekommen trotz deutlicher Verluste die Unionsparteien.
Verlierer: die SPD erzielte das schlechteste Ergebnis bei bundesweiten Wahlen seit 1949.
Wahlbeteiligung: 43 Prozent.
Weitere Informationen finden Sie hier!
Estland
Gewinner: die Estnische Zentrumspartei erzielt mit knapp 27 Prozent die meisten Stimmen.
Wahlbeteiligung: 43 Prozent
Finnland
Gewinner: In Finnland zog die nationalistische Partei "Wahre Finnen" ins EU-Parlament ein. Stärkste Kraft wurde die konservative nationale Sammlungspartei mit knapp 23 Prozent der Stimmen.
Wahlbeteiligung: 40 Prozent
Frankreich
Gewinner: Klarer Sieg für die Regierungspartei UMP von Staatspräsident Nicolas Sarkozy mit 28,3 Prozent.
Verlierer: Demütigung für die Sozialisten (PS) um Parteichefin Martin Aubry mit nur rund 17 Prozent.
Wahlbeteiligung: 40,5 Prozent
Griechenland
GewinnerIn Griechenland haben die oppositionellen Sozialisten die Wahl zum Europaparlament offenbar deutlich gewonnen.
Verlierer: Nun wird es für die regierenden Konservativen um Ministerpräsident Costas Karamanlis eng: Vorgezogene Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher.Gewinner:
Verlierer:
Wahlbeteiligung: 52 Prozent
Großbritannien
Gewinner: Die konservativen Tories holten 28,3 Prozent. Eigentlicher Gewinner ist aber die euroskeptische UK Independence Party (UKIP).
Verlierer: Die regierende Labour-Partei. Nach Auszählung fast aller Wahlkreise lag die Partei von Premier Gordon Brown bei 15,4 Prozent. Sie ist damit nur noch drittstärkste Kraft
Wahlbeteiligung: 35 Prozent
Irland
Gewinner: Vor allem die Finanzkrise dürfte der Oppositionspartei Fine Gael zum Sieg verhelfen. Erste Prognosen: 30 Prozent.
Verlierer: Die Regierungspartei Fianna Fail steht vor einer herben Schlappe. Laut ersten Hochrechnungen stürzte die (FF) auf 24 Prozent der Stimmen ab. Eigentlicher Verlierer aber sind die Euro-Skeptiker um den Millionär Declan Ganley in der Partei Libertas. Deren Propaganda hatte die Iren den EU-Reformvertrag von Lissabon ablehnen lassen. Wahlbeteiligung: 55 Prozent
Italien
GewinnerIn Italien hat sich die Partei von Ministerpräsident Silvio Berlusconi bei der Europawahl klar als stärkste Kraft durchgesetzt. Auf seine Partei Volk der Freiheit (PDL) entfielen 39 Prozent der Stimmen.
Verlierer: Die wichtigste Oppositionspartei, die Demokratische Partei (PD), wurde der Hochrechnung zufolge mit 27,5 Prozent zweitstärkste Kraft.
Wahlbeteiligung: 66 Prozent
Lettland
Gewinner: Die Parteien der russischstämmigen Minderheit feiern überraschende Erfolge. So sei das Parteienbündnis "Harmoniezentrum" auf etwa 20 Prozent der Stimmen gekommen, hieß es. Wahlsieger dürfte die erst im vergangenen Jahr gegründete Zivilunion mit 24 Prozent geworden sein, eine Bewegung der ehemaligen EU-Kommissarin Sandra Kalneite.
Wahlbeteiligung: 53 Prozent
Litauen
Gewinner: Stärkste Kraft wurden die Konservativen mit knapp 26 Prozent. Die Parteienlandschaft ist zersplittert.
Wahlbeteiligung: 20 Prozent
Luxemburg
GewinnerDie Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) von Ministerpräsident Jean-Claude Juncker feiert einen souveränen Sieg mit 38 Prozent.
Verlierer: die Sozialdemokraten. Junckers Koalitionspartner, lag aber mit 21,3 Prozent immerhin noch auf Platz zwei.
Wahlbeteiligung: 91 Prozent
Malta
Gewinner: Letzte Bastion der Sozialdemokraten: Auf Malta ist die oppositionelle Arbeitspartei (MLP) bei der Europawahl mit 57 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden.
Verlierer: Die regierende konservativ-christdemokratische Nationalistische Partei erhielt 40 Prozent.
Wahlbeteiligung: 79 Prozent
Niederlande
GewinnerDer Rechtspopulist Geert Wilders, der vor allem gegen den Islam und die EU polemisiert, erreichte auf Anhieb mit seiner Partei für die Freiheit (PVV) rund 17 Prozent der Stimmen. Die Partei wurde zweitstärkste Kraft. Verlierer:
Die Christdemokraten (CDA) von Regierungschef Balkenende kamen auf rund 20 Prozent und erhalten mit fünf Sitzen zwei weniger als 2004. Die Sozialdemokraten verloren vier Sitze.
Wahlbeteiligung: 36, 5 Prozent
Österreich
Gewinner: Die konservative ÖVP wurde stärkste Kraft, die Europaskeptiker Liste Dr. Martin" und die rechtspopulistische FPÖ verzeichneten große Zuwächse.
Verlierer: Die österreichischen Sozialdemokraten, die in der Alpenrepublik den Kanzler stellen, erlitten die höchste Niederlage seit Kriegsende.
Wahlbeteiligung: 42 Prozent
Polen
Gewinner: In Polen war das Rennen bereits vorab entschieden: Die rechtsliberale Bürgerplattform von Regierungschef Donald Tusk kann mit der Hälfte der 54 zu vergebenden Parlamentsmandate rechnen.
Wahlbeteiligung: 27 Prozent
Portugal
Gewinner: Die bürgerlich-konservative Sozialdemokratische Partei (PSD) eroberte mit rund 30 Prozent entgegen allen Umfragen den ersten Platz.
Verlierer: Denkzettel für Ministerpräsident José Socrates: Seine Sozialisten kamen Teilergebnissen zufolge auf 26,5 Prozent - 18 Prozentpunkte weniger als bei Europawahl 2004.
Wahlbeteiliung: 37 Prozent
Rumänien
Gewinner: Die rumänischen Rechtsextremen von der Partei Großrumäniens (PRM) ziehen wieder ins EU-Parlament ein.
Wahlbeteiligung: 27 Prozent
Schweden
Gewinner: In Schweden wurden ein Wahlsieg für die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SAP) und Gewinne für kleinere Parteien erwartet. Dazu zählt auch die Piratenpartei, die gegen Restriktionen im Internet und für das Recht auf Privatkopien eintritt.
Wahlbeteiligung: 43 Prozent
Slowakei
Gewinner: Sieger wurde laut Hochrechnungen die Regierungspartei Smer von Robert Fico. Sie erhielt rund 32 Prozent der Stimmen.
Verlierer: Die Demokratie. Nur jeder Fünfte gab seine Stimme ab.
Wahlbeteiligung: 19,64 Prozent
Slowenien
Gewinner: Die oppositionelle Slowenische Demokratische Partei (SDS) von Ex-Premier Janez Jansa hat die Wahl mit über 26 Prozent klar gewonnen.
Verlierer: Die regierenden Sozialdemokraten (SD) von Regierungschef Borut Pahor kamen nur auf 18,2 Prozent.
Wahlbeteiligung: 28 Prozent
Spanien
Gewinner: In Spanien hat die konservative Volkspartei mit 42 Prozent die Wahlen gewonnen.
Verlierer: Die regierenden Sozialisten der PSOE mit 40,5 Prozent.
Wahlbeteiligung: 44 Prozent
Tschechien
Gewinner: Tschechien hat sich zu Mirek Topolanek bekannt, der erst vor wenigen Wochen gestürzt worden war: 31 Prozent der Stimmen.
Verlierer: Die Sozialdemokraten, die den Sturz des Regierungschefs beförderten, rutschten ab auf 22 Prozent.
Wahlbeteiligung: 28 Prozent
Ungarn
Gewinner: Die rechtskonservative Opposition feuert einen Erdrutschsieg. Die konservative Fidesz-Partei des früheren Regierungschefs Viktor Orban holt 57 Prozent der Stimmen. Die
rechtsextremistische Jobbik-Partei kommt auf 15 Prozent.
Verlierer: Die regierenden Sozialisten liegen mit 17 Prozent weit abgeschlagen auf Platz zwei.
Wahlbeteiligung: 36 Prozent
Zypern
Gewinner: In Zypern lag die konservative Partei Demokratische Versammlung (DISY) laut Wählernachfragen knapp mit 35.6 Prozent vor der linksgerichteten Fortschrittspartei des Werktätigen Volkes (AKEL) von Präsident Dimitris Christofias (34.9 Prozent).
Wahlbeteiligung: 60 Prozent