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"Kein Kernbestand deutscher Kultur"
Edmund Stoiber: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland"

Edmund Stoiber (CSU): "Islam gehört nicht zu Deutschland"
Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber widerspricht der Aussage der Bundeskanzlerin, dass der Islam zu Deutschland gehöre. FOTO: dpa, pdz hpl
Berlin. Edmund Stoiber hat Bundeskanzlerin Angela Merkels Aussage widersprochen, dass der Islam zu Deutschland gehöre: Der Islam sei kein Kernbestand der deutschen Kultur und präge auch nicht die deutsche Geistesgeschichte und Tradition. Muslime gehörten zu Deutschland - aber nicht der Islam. 

Der CSU-Ehrenvorsitzende und frühere Bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat der Feststellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) widersprochen, dass der Islam zu Deutschland gehöre.

"Ich mache mir diesen Satz nicht zu eigen", sagte Stoiber der "Bild"-Zeitung am Montag. "Die Muslime gehören zu Deutschland, nicht der Islam. Der Islam ist kein Kernbestand der deutschen Kultur und prägt auch nicht unsere Geistesgeschichte und Tradition."

"Leitkultur des Grundgesetzes kann nicht zur Disposition stehen"

Merkel hatte erst kürzlich erklärt, sie halte nichts davon, darüber zu diskutieren, ob die Muslime oder der Islam zu Deutschland gehörten.

Auf die Veränderungen durch den Zustrom der Flüchtlinge angesprochen, sagte Stoiber: "Wenn darüber gesprochen wird, dass sich Deutschland verändert, dann muss eines klar sein: Wir Deutsche haben eine gewachsene Leitkultur, die auch im Grundgesetz festgeschrieben ist: Toleranz, Presse- und Religionsfreiheit und zum Beispiel unser Verhältnis zu Israel. Diese Leitkultur des Grundgesetzes kann nicht zur Disposition stehen - ganz gleich, wie viele Zuwanderer zu uns kommen."

Angela Merkel hatte im Januar 2015 bei einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutogluden gesagt: "Der Islam gehört zu Deutschland – und das ist so, dieser Meinung bin ich auch." 

Schon zuvor hatte Edmund Stoiber Bundeskanzlerin Merkel in der Flüchtlingsfrage kritisiert. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident forderte die Kanzlerin Mitte September auf, stärker auf die Sorgen der Skeptiker einzugehen. Ihnen müsse gesagt werden, "was in einem, in zwei Jahren ist". Dazu habe sich die Bundesregierung "bisher noch sehr zurückhaltend" geäußert, sagte Stoiber damals der "Welt".

(KNA)
 
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