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Schuldenkrise in Griechenland
"Mit einer Pistole an der Schläfe wäre jeder einverstanden"

Euro-Gipfel zur Griechenland-Krise zum dritten Mal unterbrochen
So sah es in der Nacht zu Montag im Pressezentrum beim Euro-Gipfel in Brüssel aus. FOTO: dpa, cs
Brüssel. Der Gipfel zur Griechenland-Krise ist am frühen Montagmorgen zum dritten Mal unterbrochen worden. Es gehe jetzt um abschließende Beratungen, teilte der maltesische Regierungschef Joseph Muscat via Twitter mit. Die griechischen Teilnehmer wirken wenig euphorisch.

Der Euro-Gipfel zu Griechenland ist am Montagmorgen nach 14 Stunden zum dritten Mal unterbrochen worden. Es werde eine Pause für "abschließende Beratungen" eingelegt, schrieb der maltesische Regierungschef Joseph Muscat um 6 Uhr im Kurznachrichtendienst Twitter.

Fotos: Das sind die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten FOTO: dpa, h0 bjw hk sab

Eine Lösung ist aber offenbar in Reichweite. "Ich hoffe, dass wir bald eine Vereinbarung finden", sagte der slowenische Regierungschef Miro Cerar am Montagmorgen in Brüssel nach gut 15-stündigen Marathonverhandlungen. Als offen gilt nur noch die Frage eines griechischen Privatisierungsfonds. Der griechische Premier Alexis Tsipras hatte sich hartnäckig gegen diese Kernforderung der Europartner gewehrt.

In den beiden vorangegangenen Unterbrechungen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Tsipras, Frankreichs Staatschef François Hollande und EU-Ratschef Donald Tusk vergeblich um einen Durchbruch gerungen.

Nach der zweiten Unterbrechung war der großen Gipfelrunde ein "Kompromisspapier" vorgelegt worden. Doch hatte die griechische Regierung weiter Vorbehalte bei zwei wesentlichen Punkten: der künftigen Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der von Deutschland geforderten Einrichtung eines Treuhandfonds, der griechisches Staatseigentum privatisieren soll.

Bei dem Fonds gehe es ums Prinzip, sagte ein griechischer Regierungsvertreter. Beim IWF darum, dass seine Kredite zu teuer seien und unter sehr strikten Bedingungen vergeben würden. Auch beim IWF sei es Deutschland, das auf die Beteiligung bestehe. "Beim Rest sind wir fast einig, wir sind vorangekommen", sagte der Regierungsvertreter. "Mit einer Pistole an der Schläfe wäre jeder einverstanden."

Ohne Einigung auf neue Finanzhilfe droht Griechenland der wirtschaftliche Kollaps und ein Ende der Euro-Mitgliedschaft. Athen hatte vergangene Woche ein neues Hilfspaket der Euro-Länder beantragt, die dafür aber weitreichende Bedingungen stellten.

Weitere Informationen zur Griechenland-Krise in unserem Dossier.

(AFP)
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