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Ärger auf der Insel
Die Briten verlassen die EU - ihre Pässe aber nicht

Firma Gemalto: Ärger um britische Reisepässe nach Brexit
Das Streitobjekt: britische EU-Pässe (Symbolfoto). FOTO: Andy Rain/EPA/dpa
London. Mit dem Brexit bekommen die Briten neue Reisepässe. Künftig sind sie nicht mehr burgundrot, sondern blau. Allerdings sorgt die Wahl der Firma, die die neuen Dokumente herstellt, für Aufregung unter den Brexit-Befürwortern.

Die neuen blauen Reisepässe der Briten sollen nach dem Brexit ausgerechnet von einem Unternehmen in der Europäischen Union hergestellt werden. Die Regierung in London hatte die Abschaffung der burgundroten EU-Pässe im Land als Meilenstein auf dem Weg zur Selbstbestimmung nach der Trennung von Brüssel gefeiert.

Jetzt sollen die neuen Pässe nach britischen Medienberichten von der französisch-niederländischen Firma Gemalto produziert werden - und nicht wie in den vergangenen Jahren üblich von einem heimischen Unternehmen. Das brachte am Donnerstag die Befürworter des EU-Ausstiegs im Parlament auf die Palme. Sie forderten Aufklärung.

Schon seit 2009 sei es zulässig, Reisedokumente außerhalb Großbritanniens herzustellen, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Ohnehin seien bereits viele britische Pässe im Ausland produziert worden. Bei dem favorisierten Angebot spare der Steuerzahler etwa 120 Millionen Pfund (derzeit knapp 140 Millionen Euro) während der Laufzeit des Vertrages. Stärker noch als der Preis sei aber die Qualität berücksichtigt worden. Den Namen des Unternehmens nannte das Innenministerium jedoch nicht.

Auch der Chef der bisher zuständigen Firma namens De La Rue in Großbritannien war erbost: Die Entscheidung für ein Unternehmen im Ausland sei "enttäuschend und überraschend", sagte Martin Sutherland. "Jetzt wird dieses Symbol der britischen Identität in Frankreich hergestellt." Zehn Jahre lang habe er die Pässe produziert, "ohne ein einziges Problemchen". Nun sei er preislich unterboten worden.

(hebu/dpa)
 
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