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Eurotunnel
Flüchtlingssituation trifft auch deutsche Lastwagenfahrer

Fotos: So versuchen die Flüchtlinge, zum Eurotunnel zu gelangen
Fotos: So versuchen die Flüchtlinge, zum Eurotunnel zu gelangen FOTO: ap
Berlin. Deutsche Fuhrunternehmen sehen durch die dramatische Flüchtlingssituation am Ärmelkanal zunehmend ihr Geschäft bedroht. "Die Fahrer sind völlig genervt, haben Angst und wollen nicht mehr nach England fahren", sagte der Vizepräsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Horst Kottmeyer, dem "Focus".

Durch Schäden an Fahrzeugen und Waren verlängere sich die Lieferzeit für Kunden in Großbritannien derzeit von 48 Stunden auf drei Tage. Die Fahrer könnten außerdem wegen längerer Fahrtzeiten ihre Lenk- und Ruhezeiten nicht einhalten.

Nach Angaben des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) haben einige Fuhrunternehmen Transporte nach Großbritannien bereits eingestellt. "In der Wartezone herrschen unhaltbare Zustände", sagte ein Sprecher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

Inzwischen müssten die Fahrer bis zu 60 Stunden vor dem Tunnel warten, im Sicherheitsbereich gebe es für sie keine Toiletten. "Für die Speditionen wird es immer schwieriger, Fuhrunternehmen zu finden."

In der nordfranzösischen Stadt Calais campieren Tausende Flüchtlinge in der Hoffnung, illegal durch den Kanaltunnel nach Großbritannien zu kommen. Viele versuchen, heimlich auf Züge und Laster zu klettern.

Dabei gibt es immer wieder Tote und Verletzte. Die Kontrollen wurden daher massiv verschärft. Die Flüchtlinge hoffen auf einfachere Bedingungen bei Arbeitssuche oder Asylantrag.

(dpa)
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