| 19.33 Uhr

Flucht aus Kroatien
Der "Korridor nach Westen" scheint geöffnet

Überladene Züge: Flüchtlinge auf dem Weg nach Zagreb
Überladene Züge: Flüchtlinge auf dem Weg nach Zagreb FOTO: dpa, ab jak
Pecs. In Ungarn verdichten sich Anzeichen, dass am Freitagabend mehrere Tausend Flüchtlinge aus Kroatien über Ungarn nach Österreich transportiert werden könnten. Kroatische Autobusse und Züge brachten seit Freitagnachmittag Hunderte Asylbewerber an mehreren Punkten zur ungarischen Grenze.

Unter anderen traf ein Zug mit 830 Flüchtlingen aus der ostkroatischen Kleinstadt Beli Manastir im südungarischen Grenzbahnhof Magyarboly ein, berichtete das im südungarischen Pecs ansässige Internet-Portal "bama.hu". Offizielle Bestätigungen lagen nicht vor.

Kroatische Medien jubelten "Korridor nach Westen geöffnet". Rund 3500 Flüchtlinge hätten Kroatien schon verlassen und seien in Ungarn auf den Weg nach Österreich gebracht worden. Das sei ein Zeichen, dass die von Regierungschef Zoran Milanovic angekündigte Umleitung der Flüchtlinge nach Ungarn funktioniere. Demgegenüber habe Slowenien am Autobahngrenzübergang Bregana rund 300 Flüchtlinge wieder nach Zagreb zurückgeschickt.

Fotos: Flucht zu Fuß von Budapest nach Österreich FOTO: dpa, ase

Ungarische Busse warteten auch an den Straßengrenzübergängen auf die Ankömmlinge, die auf der kroatischen Seite abgesetzt worden waren. Das ungarische Außenministerium hatte zunächst Berichte kroatischer Medien vehement dementiert, wonach Kroatien, Ungarn und Österreich einen "Korridor" für die Weiterreise der Flüchtlinge vereinbart hätten.

Ungarn hatte am letzten Dienstag seine Grenze zu Serbien für Flüchtlinge abgeschottet. Seitdem waren aus Serbien mehr als 15.000 Menschen nach Kroatien gekommen, um von dort weiter in den Westen zu gelangen.

(dpa)
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