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Illegale Einwanderung
Tusk will Weg über zentrale Mittelmeerroute schließen

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer – Boot kentert
Flüchtlingsdrama im Mittelmeer – Boot kentert FOTO: afp
Brüssel. Die illegale Einwanderung über Libyen nach Italien soll gestoppt werden. Dazu will EU-Ratschef Donald Tusk die Mittelmeerroute schließen. Beim EU-Gipfel auf Malta will er am Freitag seine Pläne vorstellen.

EU-Ratschef Donald Tusk hat eine zeitnahe Schließung der Flüchtlingsroute zwischen Libyen und Italien über das Mittelmeer in Aussicht gestellt. "Ich kann Ihnen versichern, dass das in Reichweite ist", sagte Tusk nach einem Treffen mit dem Ministerpräsidenten der libyschen Einheitsregierung, Fajis al-Sarradsch, am Donnerstag in Brüssel. Am Vortag habe er bereits mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni darüber gesprochen.

Schon bei der östlichen Mittelmeerroute über die Türkei habe Europa gezeigt, dass es illegale Flüchtlingsrouten schließen könne. "Nun ist es an der Zeit, den Weg von Libyen nach Italien zu schließen." Dazu wolle er beim EU-Gipfel am Freitag auf Malta zusätzliche "konkrete" Ideen einbringen. Wie diese aussehen könnten, sagte Tusk nicht.

Ein EU-Diplomat betonte indes am Donnerstag, die Zusammenarbeit mit Libyen werde "nicht über Nacht Ergebnisse liefern". Es gebe aber keine Alternative. Beim EU-Gipfel in Malta soll über Möglichkeiten der engeren Kooperation zwischen mit dem Bürgerkriegsland Libyen beraten werden.

Allein im vergangenen Jahr kamen mit Hilfe krimineller Schleuser mehr als 180 000 Menschen über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa.
Tausende weitere ertranken, weil ihre nicht seetüchtigen Boote kenterten. Die EU hat deshalb in dieser Woche die zweite Phase ihres Ausbildungseinsatzes für libysche Küstenschutzkräfte gestartet. Es sei weder für Europa noch für Libyen hinnehmbar, dass Schmuggler Menschen aus Profitgründen ertrinken ließen, sagte Tusk.

(rent/dpa)
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