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Britische Forderungen zu EU-Binnenmarkt
Dijsselbloem watscht Boris Johnson ab

Forderungen zu EU-Binnenmarkt – Jeroen Dijsselbloem erteilt Briten eine Absage
Jeroen Dijsselbloem sagt, Johnson mache den Briten Angebote, die gar nicht zur Debatte stünden. FOTO: dpa, cs
London . Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat britischen Forderungen nach einem vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt nach dem Brexit eine Absage erteilt. Überlegungen des Außenministers Johnson nannte er "intellektuell unmöglich" und "politisch unerreichbar".

Das sagte Dijsselbloem der BBC. Dem Sender CNBC sagte er am Rande einer Konferenz in London, Johnson verhalte sich nicht "realistisch und fair den britischen Wählern" gegenüber.

Johnson hatte der tschechischen Zeitung "Hospodarske Noviny" gesagt, Großbritannien werde wohl die EU-Zollunion verlassen müssen, aber weiterhin Freihandel mit den EU-Staaten betreiben können. Er hielt außerdem daran fest, die europäische Einwanderung begrenzen zu wollen. Es sei ein "absoluter Mythos" zu sagen, dass die Freizügigkeit eine der Säulen der EU sei.

Dijsselbloem sagte dazu, Johnson mache den Briten Angebote, die gar nicht zur Debatte stünden. Zugleich äußerte der Eurogruppenchef die Einschätzung, dass der Austrittsprozess länger als die vorgesehenen zwei Jahre dauern werde, nachdem das Austrittsgesuch offiziell eingereicht wurde. Nach Angaben seines Sprechers sagte er bei der Konferenz, die Verhandlungen seien "komplex" und würden dauern. CNBC sagte er zudem, die britische Regierung habe keinen Plan und keine fertig ausgearbeiteten Vorschläge für den EU-Ausstieg.

Am Dienstag war ein Bericht eines Beraters der britischen Regierung bekannt geworden, wonach es fünf Monate nach dem Brexit-Referendum noch immer keine umfassende Strategie für den EU-Austritt gibt. Die Regierung wies diese Darstellung am Mittwoch erneut zurück. "Ja, wir haben einen Plan", sagte Premierministerin Theresa May im Parlament. Zu Details äußerte sie sich aber nicht.

(afp/jeku)
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