| 15.11 Uhr

Griechenlands Ex-Finanzminister
Varoufakis: Schäuble will Griechen aus Eurozone drängen

Hintergrund: Das griechische Schuldendrama von A bis Z
Hintergrund: Das griechische Schuldendrama von A bis Z
London . Kaum als griechischer Finanzminister zurückgetreten macht sich Giannis Varoufakis in einem Zeitungsbeitrag Luft und wettert gegen Deutschland.

Mit einem Grexit wolle Berlin Frankreich zur Übernahme des deutschen Modells der Eurozone zwingen. Varoufakis schrieb in einem Beitrag für die britische Zeitung "The Guardian" zudem, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wolle Griechenland aus der Währungsunion drängen, "um klare Verhältnisse zu schaffen, auf die eine oder andere Weise". Er wolle damit den Franzosen das Fürchten lehren und sie zwingen, "sein Modell einer Zuchtmeister-Eurozone" zu akzeptieren.

Varoufakis war am Montag nach dem Nein der Griechen in der Volksabstimmung über die Kürzungsmaßnahmen der internationalen Kreditgeber überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Als Finanzminister hatte er monatelang die Verhandlungen mit den Geldgebern über weitere Finanzhilfen für sein hochverschuldetes Land geführt und dabei mit häufig scharfer Rhetorik für Ärger gesorgt. Das Verhältnis zu Schäuble, der gegenüber Athen eine harte Linie vertritt, war besonders schwierig.

Varoufakis warf den Euroländern in dem Zeitungsbeitrag vor, zu Beginn der Schuldenkrise 2010 statt einer Umschuldung und einer Reform der Wirtschaft eine "toxische Option" gewählt zu haben. So seien "neue Kredite an eine bankrotte Einheit vergeben worden, während so getan wurde, als bleibe sie solvent".

Zur Zeit des Amtsantritts der Syriza-Partei im Januar habe dann eine Mehrheit der Euroländer unter der Anleitung Schäubles "einen Grexit entweder als ihr bevorzugtes Ergebnis oder als ihre bevorzugte Waffe gegen unsere Regierung" angesehen, schrieb Varoufakis im "Guardian".

(AFP)
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