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Unkrautvernichtungsmittel
Deutschland will Glyphosat in der EU wieder erlauben

Glyphosat: Deutschland will Unkrautvernichtungsmittel wieder erlauben
Umweltschützer sehen in dem Pflanzenschutzmittel eine große Gefahr. FOTO: dpa, ahe lof
Berlin/Brüssel. Die Bundesregierung befürwortet die Wiederzulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat unter Auflagen.

"Mit seiner Zustimmung möchte Deutschland dazu beitragen, das Verfahren zur Wiedergenehmigung des Wirkstoffs Glyphosat im Sinne des deutschen Bewertungsberichts erfolgreich abzuschließen", heißt es in einem Schreiben des Landwirtschaftsministeriums an die EU-Kommission. Auch das Umweltministerium gab grünes Licht für die Genehmigung, wenn den Bedenken Rechnung getragen werde.

In dem Schreiben des Leiters des Pflanzenschutzreferates im Berliner Ministerium an den Leiter für Pflanzenschutz in der EU-Verwaltung wird die Zustimmung an einen "Handlungsrahmen der Mitgliedsstaaten" geknüpft.

Weltgesundheitsorganisation WHO warnt

Als deutsches Anliegen wird unter anderem dargelegt, die Auswirkungen von Glyphosat auf die Artenvielfalt zu prüfen. Zudem sollen die Anwendungen des Herbizids bei Getreide ab einem bestimmten Reifestadium verboten werden. Auch bestimmte Zusatzstoffe zu Glyphosat-Lösungen sollten aus deutscher Sicht untersagt werden.

Man schließe sich der Bewertung der EU-Lebensmittelbehörde EFSA an, heißt es in dem Schreiben des Agrarministeriums. Die hatte festgestellt, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist derselben Ansicht.

Dagegen hatte die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO davon gesprochen, dass Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich Krebs auslösen kann.

Hendricks: Glyphosat-Genehmigung wird nicht durchgewunken

"Es gibt kein Durchwinken von Glyphosat", erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks. "Der Wirkstoff wird zu oft eingesetzt." Er schädige nachweislich die Artenvielfalt auf den Äckern. Das Schreiben aus dem Landwirtschaftsministerium wollte sie nicht kommentieren, verwies aber auf die Kompromisslinie: "Es zählt die gemeinsame Position der Bundesregierung, und da heißt es: ohne Auflagen keine neue Glyphosat-Zulassung."

Anfang März hatte die EU eine Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat vertagt, da keine Mehrheit für den Beschluss zustande kam. Dies soll spätestens im Mai nachgeholt werden. Vor allem Grüne und Umweltschutzorganisationen haben gegen die Wiederzulassung der Chemikalie protestiert. Bauernverbände drängen dagegen auf eine weitere Freigabe der massenhaft versprühten Chemikalie.

Glyphosat wird seit den 1970er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar.

Allerdings ist das Patent mittlerweile ausgelaufen, Glyphosat wird von einer ganzen Reihe von Herstellern produziert. Die Substanz ist für Monsanto und andere Hersteller gentechnisch veränderter Nutzpflanzen dennoch von großer Bedeutung, da diese Pflanzen resistent gegen das Herbizid sind.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Unkrautvernichtungsmittel zusammengestellt.

(gol/REU)
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