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Griechenland
Jetzt bringt Tsipras eine Volksabstimmung ins Spiel

Porträt: Alexis Tsipras - selbsternannter Retter Griechenlands
Porträt: Alexis Tsipras - selbsternannter Retter Griechenlands FOTO: dpa, sp ase tba
Athen. Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras ist sich sicher: Sein Land wird sich mit den Geldgebern einigen. Falls nicht, könnte es eine Volksabstimmung geben. Neuwahlen schließt er aus. Sein umstrittener Finanzminister Gianis Varoufakis verliert an Einfluss.

Tsipras bezog am Montagabend in einem TV-Interview Stellung. "Niemand in Europa wird gewinnen, wenn es zu einem Bruch kommt", warnte Tsipras. "Ich denke, wir werden bis zum 9. Mai eine Vereinbarung haben", gab er sich optimistisch.

Mit welcher Frage er sich bei einer möglichen Volksbefragung an die Wähler wenden würde, sagte Tsipras nicht. Aus dem Gespräch mit einem TV-Moderator und teilnehmenden Bürgern ergab sich, dass es bei der Volksabstimmung um die Annahme eines neuen Sparprogramms gehen könnte. "Ich glaube aber nicht, dass es dazu (Volksabstimmung) kommen wird", bekräftige Tsipras. Zugleich nahm er Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen Kritik in Schutz. "Die Kanzlerin möchte eine Lösung", sagte Tsipras. 

Griechenland kann nur nach einer Einigung auf ein umfangreiches Reformpaket auf bislang blockierte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro hoffen. Die Eurogruppe will bei ihrem nächsten Treffen am 11. Mai darüber beraten.

Porträt: Varoufakis – Medienexperte und Ex-Finanzminister FOTO: dpa, el ase

Ferner zug Tsipras aus den schleppenden Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern personelle Konsequenzen. Der erfahrene frühere Unterhändler Giorgos Chouliarakis ersetzt in den Verhandlungen demnach Nikos Theocharakis, einen Vertrauten des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis.

Chouliarakis war bereits unter der vorigen Regierung als Unterhändler dabei und soll das Vertrauen der Geldgeber haben. Zudem soll Tsipras nun angeblich doch bereit sein, die Altersrenten zu kürzen und Privatisierungen zu beschleunigen.

Hintergrund: Worterklärungen zur griechischen Schuldenkrise
(dpa)
 
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