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Schuldenkrise
Griechenland will nach Schuldendeal direkt 25 Milliarden Euro

Griechenland will nach Schuldendeal direkt 25 Milliarden Euro
Dem griechischen Finanzminister Euklid Tsakalotos stehen in diesen Tagen schwierig Verhandlungen bevor. Die Syriza-Partei will Griechenland direkt nach dem Schuldendeal 25 Milliarden Euro sichern. FOTO: afp, gv
Athen. Griechenlands linke Regierungspartei will dem klammen Staat rasch Zugriff auf ein Drittel der in Aussicht gestellten Milliardenhilfen sichern. Der Fraktionssprecher der Syriza-Partei im Parlament, Nikos Filis, brachte am Mittwoch im staatlichen Fernsehen eine erste Auszahlungstranche von 25 Milliarden Euro ins Gespräch.

Dies wären fast 30 Prozent der von den Geldgebern für insgesamt drei Jahre avisierten Gesamtsumme. Zugleich benötigen die Hellas-Banken, deren Aktien an der Börse im freien Fall sind, Geld in eben dieser Größenordnung. Ministerpräsident Alexis Tsipras sieht die Verhandlungen mit den Gläubigern bereits auf der Zielgeraden. Das Hilfspaket soll noch in diesem Monat beschlossen und verabschiedet werden.

Die Zeit drängt: Am 20. August muss Griechenland mehr als drei Milliarden Euro an alten Schulden an die EZB zurückzahlen. Zudem stehen die einheimischen Banken, die wegen der drohenden Staatspleite drei Wochen geschlossen waren, mit dem Rücken zur Wand. Viele Kunden hatten in Unsicherheit über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone ihre Konten geräumt. Die Talfahrt der Bankenaktien setzte sich an der Athener Börse ungebremst fort: Einheimische Branchengrößen wie die Alpha Bank und die Piraeus Bank verloren jeweils knapp 30 Prozent.

Das A und O der Griechen-Krise

Der Branchenindex büßte mehr als 27 Prozent ein. Die EZB bereitet gerade eine umfassende Bilanzprüfung der großen Hellas-Geldhäuser vor, wie ihre oberste Bankenaufseherin Daniele Nouy in einem Brief an einen Europa-Abgeordneten schrieb. Falls dann Kapitallücken bei einem oder mehreren wichtigen Instituten zum Vorschein kämen, könnten diese durch Gelder aus einem neuen griechischen Rettungspaket gestopft werden.

Nach den Beschlüssen des Euro-Gipfels vom Juli soll in einem dritten Hilfsprogramm ein Puffer für die Institute von bis zu 25 Milliarden Euro geschaffen werden, um notwendige Kapitalspritzen oder Abwicklungen zu finanzieren. Angesichts der Probleme der Finanzinstitute mutet ein baldiges Abkommen des griechischen Staates mit seinen Geldgebern umso dringlicher an. Die von Tsipras angestrebte Einigung mit den Gläubigern ist wegen der damit verbundenen Reformauflagen - etwa bei Renten und Privatisierungen - in der Regierungspartei jedoch heftig umstritten.

Hintergrund: Das griechische Schuldendrama von A bis Z

Die Links-Regierung könne jedoch nur im Amt bleiben, wenn auch die linken Abgeordneten dem neuen Hilfspaket zustimmten, mahnte Filis - ein enger Vertrauter von Tsipras. Einer Einigung mit EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) muss das Parlament zustimmen. Etwa ein Viertel der Syriza-Abgeordneten ist gegen neue Reform- und Spar-Auflagen. Trotz all dieser Unwägbarkeiten ist ein Rückzug aus Griechenland für den deutschen Kosmetikhersteller Beiersdorf kein Thema. "Wir werden in Griechenland bleiben", betonte Konzernchef Stefan Heidenreich.

(REU)
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