Parteitag in Dortmund: Grüne gehen mit Harms und Bütikofer in die Europawahl
zuletzt aktualisiert: 24.01.2009 - 18:50Dortmund (RPO). Die Grünen ziehen mit Rebecca Harms und Reinhard Bütikofer als Spitzenkandidaten in die Europawahl. Auf ihrem Europa-Parteitag in Dortmund stimmten die Grünen am Samstag mit 80,4 Prozent für Harms als Kandidatin auf dem Listenplatz eins. Sie hatte ebenso wie der frühere Grünen-Parteichef Bütikofer keine Gegenkandidaten. Bütikofer wurde mit oder 81,7 Prozent gewählt. Zuvor hatten die Delegierten auch das Wahlprogramm der Partei beschlossen.
Die Europawahl findet am 7. Juni statt. Die Vizechefin der Grünen im Europaparlament, die 53-jährige Harms, entwarf bei ihrer Vorstellung vor den Delegierten ein Bild Europas für die Zeit nach der Wirtschaftskrise. Europa werde dann "sehr viel weniger Energie verbrauchen, um sehr viel mehr zu leisten", sagte sie. "Grün ist die Zukunft", rief Harms den Delegierten zu.
Auch Bütikofer hob die Visionen der Grünen mit ihrem "New Deal" genannten Konzept hervor, das weit mehr als ein Investitionsprogramm sei, sondern eine andere Art von gesellschaftlichem Zusammenhalt anstrebe. "Europa braucht mehr Grün, um die eigene Zukunftsfähigkeit nicht zu verspielen", mahnte der 56-Jährige. Europa sei auch nicht nur eine "Sache des kühlen Kalküls", sondern zugleich des Herzens. Es dürfe nicht "zum Eliteprojekt" verkommen.
Grüne als Hoffnungsträger
Mit Blick auf die Begeisterung der Amerikaner für ihren neuen Präsidenten Barack Obama sagte er: "Diese Art Hoffnungsträger müssen wir sein." Zugleich rief er die Grünen zu Zuversicht vor dem anstehenden Wahljahr auf: "Die Hessen haben gezeigt, wie es geht, zuzulegen - machen wir es ihnen nach."
Auf Platz drei der Europaliste der Grünen setzte sich die langjährige Europaabgeordnete Heide Rühle gegen die Verteidigungsexpertin Angelika Beer und die Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International, Barbara Lochbihler, durch. Lochbihler errang später dann aber den fünften Listenplatz.
Den vierten Platz sicherte sich Attac-Mitbegründer Sven Giegold, der in seiner Bewerbungsrede insbesondere die Wirtschaftskomeptenz bei den Grünen hervorhob. "Wir wollen Marktwirtschaft sozial und ökologische gestalten", sagte er. Dazu seien aber die Europäisierung und Globalisierung von Regeln nötig. Er setzte sich in der Abstimmung klar gegen den bayerischen Grünen Michael Lechner durch.
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