Kritik an "zu hohen Zinsen": Hollande und Monti demonstrieren Einigkeit
zuletzt aktualisiert: 31.07.2012 - 20:38Paris (RPO). Frankreichs Staatschef François Hollande und Italiens Regierungschef Mario Monti haben sich indirekt für neue Interventionen auf den Märkten für Staatsanleihen ausgesprochen. Sie kritisierten die "zu hohe Zinsen" in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Am Donnerstag tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Kommt dann eine Weichenstellung bei der Lösung der Eurokrise? Kauft die EZB Staatsanleihen finanziell geschwächter Euro-Mitglieder wie Italien oder Spanien? Die Regierungschefs von Italien und Frankreich halten das für möglich.
In einer gemeinsamen schriftlichen Stellungnahme kritisierten Monti und Hollande am Dienstag die "zu hohen Zinsen", die mehrere Eurostaaten derzeit zahlen müssten. Die Reformanstrengungen wirken sich ihrer Ansicht nach zu wenig auf die Refinanzierungskosten aus. Damit sprechen sie sich indirekt für neue Interventionen auf den Märkten an. Das würde einen Kauf von Staatsanleihen durch die EZB erfordern.
Rolle der EZB
Die jüngsten Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi begrüßten Hollande und Monti in ihrer Stellungnahme. Sie waren so gedeutet worden, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Programm zum Kauf von Staatsanleihen klammer Euro-Länder wieder anfahren könnte.
Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hatte zudem eine Intervention der 17 Euroländer über den Rettungsfonds EFSF in Aussicht gestellt.
Treffen in Paris
Hollande hatte Monti am Dienstag zu einem Arbeitsessen in Paris eingeladen. Direkt nach dem Treffen betonten beide vor Journalisten, dass sie alles tun würden, um die Eurozone zu erhalten und zu stärken. "Wir können uns keine Minute der Unaufmerksamkeit leisten", sagte Monti.
Die Euro-Zone muss nach den Worten des französischen Präsidenten François Hollande "verteidigt, erhalten, gestärkt" werden. Beide wollten auch für die Einheit der Euro-Zone arbeiten. Hollande sagte, seit einigen Wochen hätten sich die Aussichten der Eurozone beim Kampf gegen die Schulden "sehr bedeutsam verbessert".
Monti wollte weiterreisen zu Gesprächen nach Spanien und nach Finnland. Nun bleibt abzuwarten, was der EZB-Rat am Donnerstag entscheidet.

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