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Jean-Claude Juncker und Alexis Tsipras
Grieche, sei umschlungen!

Jean-Claude Juncker und Alexis Tsipras herzen sich
Jean-Claude Juncker und Alexis Tsipras herzen sich FOTO: dpa, jw jak
Brüssel. Greifbare Ergebnisse hat das Treffen zwischen Merkel, Tsipras und Hollande in der vergangenen Nacht nicht gebracht. Doch zumindest eine satte Umarmung unter Männern. Dabei soll EU-Kommissionspräsident Juncker zuletzt vor Wut über den Griechen Tsipras gekocht haben. Von Dana Schülbe

Der Verhandlungspoker um Finanzhilfen für Griechenland zehrt an den Nerven. Und das führte zuletzt dazu, dass EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stinksauer auf Alexis Tsipras war.

So hatte etwa tagesschau.de am Dienstag berichtet, dass Juncker in einer internen Sitzung, in der es um die neuesten Reformvorschläge aus Athen ging, der Kragen geplatzt sein soll. "So geht man innerhalb der EU nicht miteinander um", soll Juncker geschimpft und warnend hinzugefügt haben, dass Griechenland Gefahr laufe, seinen letzten Freund, die EU-Kommission zu verlieren. 

Hintergrund: Worterklärungen zur griechischen Schuldenkrise

Schon beim G7-Gipfel in Oberbayern hatte er unverblümt deutliche Worte gefunden: "Um Freundschaften zu führen, muss man einige Mindestregeln einhalten." Diplomatische Töne sehen anders aus. Und es verlautete sogar aus der EU-Kommission, dass Juncker unter den derzeitigen Umständen nicht für ein Treffen zu haben sei.

Doch am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels kam es dann doch zu einem Treffen. Diplomaten berichten, es soll sich um eine Art "Versöhnungstreffen" gehandelt haben, nachdem die beiden aneinander geraten waren. Für Tsipras ist das nicht unerheblich, denn Juncker sieht sich als Vermittler zwischen Geldgebern und Athen. 

Porträt: Alexis Tsipras - selbsternannter Retter Griechenlands FOTO: dpa, sp ase tba

So demonstrierten die beiden bei ihrer Begegnung sichtlich bemüht ihre neue alte traute Einigkeit. Juncker nahm den griechischen Premier zur Seite, flüsterte ihm etwas ins Ohr, um ihn dann kräftig zu umarmen. Schließlich posierten die beiden eng umschlungen für die Fotografen.

Auf solche Bilder sollte man aber besser nicht allzuviel geben. Das Beispiel der ebenfalls fröhlichen Begegnung zwischen Juncker und Ungarns Staatschef Viktor Orban mag Tsipras als mahnendes Beispiel dienen. So flachste Juncker Ende Mai bei einem gemeinsamen Empfang mit dem Ungarn noch launig "Da kommt der Diktator" und löste die Situation mit Umarmungen und Lachen auf. Eine Woche später drohte die Behörde von Kommissionschef Juncker Ungarn mit dem Rauswurf aus der EU.

Das ist Jean-Claude Juncker FOTO: afp, TS/AG

Freilich bleibt es auch beim Tête-à-Tête mit Tsipras nicht bei hollywoodreifen Bildern allein. Schon vor dem Treffen mit Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande führten Juncker und Tsipras ein Gespräch. Am heutigen Donnerstag wollen sich die beiden erneut treffen. 

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