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Jonathan Hill
Britischer EU-Kommissar tritt nach Referendum zurück

Jonathan Hill: Britischer Finanzkommissar tritt nach Brexit-Votum zurück
EU-Politiker Jonathan Hill (Archiv): Enttäuscht von Brexit-Votum FOTO: dpa, jw pt hpl
Brüssel. Nach dem Brexit-Votum seiner Landsleute hat der britische EU-Finanzkommissar Jonathan Hill seinen Rücktritt angekündigt. Er sei sehr enttäuscht über den Ausgang der Volksabstimmung, schrieb er.

Lord Hill war bisher in der Kommission von Präsident Jean-Claude Juncker für Finanzmärkte und Finanzdienstleistungen zuständig. Hill sagte, es solle einen geordneten Übergang geben - er wolle dazu gemeinsam mit Juncker in den kommenden Wochen arbeiten.

Nach den Regeln des EU-Vertrags muss London nun einen neuen Vertreter für das Brüsseler Spitzengremium benennen.

Kein Rücktritt von Jeremy Corbyn

Unterdessen will der nach dem Brexit-Referendum unter Druck geratene Labour-Chef Jeremy Corbyn als britischer Oppositionsführer weitermachen. "Ja, ich bin hier", sagte er am Samstag. Für die Labour-Partei gehe es jetzt darum, die Errungenschaften der Vergangenheit nicht verloren zu geben.

"Wir können den Konservativen nicht erlauben, das einfach zu überrennen, was wir hart erkämpft haben", sagte Corbyn. Bei Umweltschutz, Menschenrechten und Arbeitnehmerschutz dürften keine Abstriche hingenommen werden, wenn europäische Richtlinien nicht mehr gelten. Den von Finanzminister George Osborne ins Spiel gebrachten Not-Haushalt zur finanziellen Abfederung der Brexit-Folgen wolle er nicht zulassen. Der Brexit dürfe nicht auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden.

Corbyn war unter Druck geraten, weil beim Brexit-Referendum auch viele Wähler in Labour-Hochburgen für den Ausstieg Großbritanniens aus der EU gestimmt hatten. Zuvor hatte Labour bereits in Schottland erhebliche Einbußen hinnehmen müssen.

Kritiker in den eigenen Reihen werfen dem Parteichef vor, sich im Wahlkampf nicht nachdrücklich genug für einen Verbleib Großbritanniens in der EU eingesetzt zu haben. Bei Labour rumort es, auch vor dem Hintergrund einer möglichen Neuwahl des Parlamentes im Herbst.

(jco/AFP/dpa)
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