| 18.16 Uhr

Kommentar zu Junckers EU-Ideen
Gutes Ziel, falscher Plan

Das sind Junckers Pläne für Europa
Das sind Junckers Pläne für Europa
Meinung | Berlin. Dem EU-Kommissionspräsidenten sind am Mittwoch Unglauben, Argwohn und Kritik für seine Rede zur Zukunft der EU entgegen gebracht worden. Dabei sind seine Ziele durchaus hehr - nur der Weg dorthin ist falsch. Von Birgit Marschall

EU-Kommissionspräsident Juncker will das Richtige mit den falschen Mitteln. Es ist richtig und wird von vielen Europäern herbeigesehnt, dass Europa endlich wieder Mut fasst, stärker und einiger wird, in der Globalisierung ein Wort mitzureden hat, sich wieder auf seine in Aufklärung und Freiheitskämpfen erworbenen menschlichen Werte besinnt – als Gegengewicht zu Trumps Amerika und den Autokraten in Russland und Asien.

Doch Junckers Wege dorthin überfordern die EU. Sie drohen das Gegenteil dessen zu bewirken, was sie sollen. Bestenfalls kommen sie zu früh. Länder wie Bulgarien oder Rumänien in die Euro-Zone aufzunehmen, ist kein guter Plan. Sie dürften für Jahrzehnte nicht reif für den Euro sein. Das Beispiel Griechenlands zeigt, dass die Aufnahme zu schwacher Länder den gesamten Euro-Raum gefährden kann.

Die EU gegenüber den Regierungen aufzuwerten, eine demokratisch kaum legitimierte EU-Regierung zu etablieren, ist auch keine gute Idee. Das wäre kaum durchzusetzen, ginge nicht ohne Vertragsänderung, spielte den Feinden Europas in die Hände.

 
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