| 15.09 Uhr

Die Euroländer im Überblick
So knapp wird es für Griechenland

Infos: Die Positionen der Euroländer zu einem dritten Hilfspaket
Infos: Die Positionen der Euroländer zu einem dritten Hilfspaket FOTO: dpa, jbu fux
Düsseldorf. Die Staats- und Regierungschefs der 18 Euro-Staaten und Griechenland haben sich auf ein drittes Hilfspaket geeinigt. Doch bevor den Worten Taten folgen können, müssen nun die Regierungen den Vereinbarungen zustimmen, teilweise müssen auch noch die Parlamente gefragt werden. Es wird knapp. Von Laura Sandgathe

Der Deutsche Bundestag gehört zu den Parlamenten in der Eurozone, die einem dritten Hilfspaket für Griechenland zustimmen müssen. Für Freitag ist deshalb eine Sondersitzung angesetzt worden, am Donnerstag wollen sich die Fraktionen beraten. Die Abgeordneten von CDU, CSU und SPD haben signalisiert, dass sie den Vereinbarungen zustimmen wollen. Die Linke will dagegen stimmen, die Grünen sind noch unentschlossen, üben aber Kritik an Deutschlands Rolle bei den Verhandlungen.

Ein Blick auf die Positionen der anderen Euroländer zeigt: Eine Mehrheit für die Bereitstellung neuer Griechenland-Hilfen durch den "European Stability Mechanism" (ESM) ist wackelig. Zwar sind sieben Länder der Eurozone dem Hilfspaket gegenüber aufgeschlossen und werden wahrscheinlich dafür stimmen, darunter Länder wie Frankreich, Italien oder Österreich. Andere Länder wie die Niederlande scheinen noch unentschlossen zu sein.

Doch ebenfalls sieben der 19 Euroländer stehen einem dritten Hilfspaket derart kritisch gegenüber, dass die Zustimmung nicht sicher oder sogar unwahrscheinlich ist. Großbritannien hat am Dienstag erklärt, es lehne ein drittes Hilfspaket für Griechenland strikt ab und werde nicht dafür stimmen. Für eine Freigabe der Hilfe aus dem ESM reicht eine qualifizierte Mehrheit.

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Die Gewichtung der Simmen richtet sich nach der jeweiligen Beteiligung eines Landes im ESM. Deutschland und Frankreich haben demnach das größte Gewicht. Um Gelder aus dem ESM freizugeben, müssen alle EU-Staaten abstimmen, nicht nur die Euro-Länder. Großbritanniens Nein könnte also zum Problem werden.

Hier gibt es eine Übersicht über die Positionen. Die Einschätzung, ob ein Land mit Ja oder Nein stimmen wird, beruht auf der aktuellen Stimmung im Land - das Ergebnis könnte am Ende dennoch ein anderes sein.

(lsa)
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