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Warnung vor falschen Hoffnungen
Norwegen richtet sich via Facebook an Flüchtlinge

Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht
Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht FOTO: ALESSANDRO BIANCHI
Oslo. Wie viele andere Länder in Europa verzeichnet auch Norwegen wachsende Asylbewerberzahlen. Nun warnt die Regierung Flüchtlinge vor falschen Hoffnungen – via Facebook.

Die Regierung weist Flüchtlinge über das soziale Netzwerk auf die strengen Asylregelungen hin. "Nicht jeder, der nach Norwegen kommt, hat das Recht auf Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention", heißt es auf einer am Wochenende freigeschalteten Webseite. "Asylanträge von Menschen, die bereits in anderen Ländern Aufenthaltsrecht haben, werden abgelehnt."

Die Regierung spricht vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan an, die inzwischen die Hälfte aller einreisenden Migranten ausmachen. Viele haben zuvor in Russland gelebt. Sie wurden nun ausgewiesen oder kommen nach Norwegen, weil sie sich ein besseres Leben versprechen.

Brennpunkte: Die Flüchtlingsbrennpunkte Europas FOTO: dpa, kc jak

Ministerpräsidentin Erna Solberg stellte am Wochenende klar, dass diese Menschen keine Chance auf ein Bleiberecht haben. "Alleinreisende Männer aus Afghanistan werden direkt nach Kabul und nicht nach Russland geschickt", sagte sie der Zeitung "Verdens Gang".

Bis Oktober waren 17.800 Flüchtlinge ins Land gekommen. Ein Viertel von ihnen überquerte die russisch-norwegische Grenze bei Kirkenes im Norden – mit dem Fahrrad, denn die russischen Gesetze verbieten eine Ausreise zu Fuß. In der letzten Woche sind über 1000 Flüchtlinge über den Grenzübergang Storskog eingereist, 2014 waren es nicht einmal zehn.

So verteilen sich Flüchtlinge auf Europa

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(dpa)
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