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Flüchtlinge
Österreich mobilisiert Soldaten für Grenzkontrollen

Von Syrien nach München – die Route der Flüchtlinge
Von Syrien nach München – die Route der Flüchtlinge FOTO: AP/Lefteris Pitarakis
Wien. Angesichts des Flüchtlingsansturms mobilisiert Österreich Teile der Armee. Rund 2200 Soldaten sollten unter anderem bei Grenzkontrollen helfen, sagte Bundeskanzler Werner Faymann am Montag in Wien. Die Maßnahme wurde einen Tag nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen durch Deutschland ergriffen, wodurch tausende Flüchtlinge in Österreich gestrandet sind.

Wegen der deutschen Grenzkontrollen hat sich die Lage angesichts des kontinuierlichen Zustroms von neuen Flüchtlingen in Österreich seit Sonntagabend verschärft. Rund 4500 Flüchtlinge kamen in der Nacht zum Montag über die ungarisch-österreichische Grenze bei Nickelsdorf, wie die Polizei mitteilte. Weitere 3000 kamen in Heiligenkreuz bei Graz über die Grenze. Tausende weitere Flüchtlinge wurden im Tagesverlauf erwartet.

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz warnte am Sonntagabend, dass Österreich binnen wenigen Tagen völlig überwältigt werde, sollten die Grenzen offen bleiben. Jeden Tag kämen 10.000 Menschen in Österreich an, die dann dort bleiben würden. Bundeskanzler Faymann hatte allerdings am Sonntag erklärt, es werde keine systematischen Kontrollen, sondern lediglich einzelne Überprüfungen geben. Faymann wird am Dienstag zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Berlin reisen, wie sein Büro mitteilte.

In den vergangenen Wochen waren zehntausende Flüchtlinge von Griechenland über die sogenannte Balkanroute nach Ungarn und anschließend nach Österreich gekommen. Die meisten reisten weiter nach Deutschland. Berlin hatte die Asylregeln für syrische Flüchtlinge zunächst gelockert, angesichts des großen Andrangs von Schutzsuchenden in den vergangenen Tagen aber am Sonntag wieder Grenzkontrollen eingeführt.

(AFP)
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