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Flüchtlinge in der EU
Polen bekräftigt Absage an Quoten für Flüchtlingsverteilung

Von Syrien nach München – die Route der Flüchtlinge
Von Syrien nach München – die Route der Flüchtlinge FOTO: AP/Lefteris Pitarakis
Warschau. Polens Ministerpräsidentin Ewa Kopacz hat ihre Ablehnung einer Verteilung von Flüchtlingen in der EU nach einem Quotensystem bekräftigt, zugleich aber Bereitschaft zu einer Aufnahme auf freiwilliger Basis signalisiert.

"Wir sind gegen automatische Quoten, aber bereit, das Ausmaß unseres Engagements nach dem Prinzip der Freiwilligkeit zu diskutieren", erklärte Kopacz am Donnerstag in Warschau.

Die polnische Regierungschefin verwies zudem darauf, dass zwischen "Wirtschaftsflüchtlingen" und solchen, die vor Krieg und unter Lebensgefahr flüchteten, unterschieden werden müsse. "Wir sind nicht in der Lage, Wirtschaftsflüchtlinge zu akzeptieren, und unser Handeln darf nicht eine unkontrollierbare Zahl an Einwanderern anziehen", erklärte Kopacz.

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Im Gegensatz dazu sei es aber "eine moralische Pflicht, dass wir uns um die Flüchtlinge kümmern, die nicht zurückkehren können". Diese Unterscheidung ermögliche es, die Zahl der Flüchtlinge an den EU-Grenzen "um die Hälfte zu reduzieren".

Kopacz hatte am Montag angekündigt, dass Polen womöglich mehr Flüchtlinge aufnehmen könnte als bislang geplant. Angesichts "des immer größeren Flüchtlingsandrangs in Europa" müsse die Verteilung der Flüchtlinge neu überprüft werden. Polen hatte sich zur Aufnahme von 2200 Flüchtlingen bereit erklärt, die EU-Partner verlangten aber ein deutlich größeres Engagement.

(AFP)
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