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Referendum in Griechenland
Wenn Griechen mit "Ja" stimmen, will Varoufakis zurücktreten

Porträt: Varoufakis – Medienexperte und Ex-Finanzminister
Porträt: Varoufakis – Medienexperte und Ex-Finanzminister FOTO: dpa, el ase
Paris. Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis will bei einem "Ja" der Bevölkerung beim Referendum zu den Gläubigerforderungen zurücktreten. Auch Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte schon ähnliches angedeutet.

Sollten die Griechen bei der Volksbefragung am Sonntag für die Vorschläge der Gläubiger stimmen, dann werde er "nicht mehr" Finanzminister sein, sagte Varoufakis am Donnerstag dem Sender Bloomberg TV.

Die griechische Regierung wirbt massiv für ein Nein zu den Gläubigervorschlägen. Zuletzt rief Regierungschef Alexis Tspiras am Mittwoch seine Landsleute erneut dazu auf, bei dem Referendum die Auflagen der Kreditgeber abzulehnen. Laut einer aktuellen Umfrage liegen die Nein-Sager mit 46 Prozent derzeit vor den Befürwortern des Gläubiger-Angebots mit 37 Prozent. Viele Griechen sind aber noch unentschlossen.

Am Donnerstag schloss Varoufakis zunächst im australischen Rundfunksender ABC nicht aus, dass die gesamte Regierung bei einem positiven Votum zurücktreten könnte. Der Sender Bloomberg TV befragte ihn später zu seiner ganz persönlichen Zukunft: "Wenn das Ja gewinnt, werden sie dann am Montag nicht mehr Finanzminister sein?" Varoufakis antwortete: "Ich werde es nicht mehr sein."

Auch Ministerpräsident Alexis Tsipras hat bereits angedeutet, dass er seinen Posten räumen könnte, wenn die Griechen beim Referendum mit "Ja" stimmen sollten. Er versicherte, auch ein Ja der Griechen zu dem Angebot der Gläubiger zu akzeptieren. Auf die Frage, was er in diesem Fall tun werde, sagte Tsipras, er wolle "nicht ewig Ministerpräsident sein".

(AFP)
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