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Eurogruppenchef sieht drohendes Aus
"Nicht optimistisch, dass das Schengen-Abkommen eine Überlebenschance hat"

Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab
Hintergrund: So läuft das Asylverfahren ab FOTO: dpa, ua fpt
Berlin. Wenn der Zustrom der Asylbewerber weiter anhalte, könnten die EU-Länder ihre Sozialstaaten nicht aufrecht erhalten, so Europagruppen-Chef Jeroen Dijesselbloem. Gleichzeitig fehle es an Solidarität, die Lasten in der EU gleich zu verteilen. Dem Schengen-Sytem drohe deshalb das Aus. Auch Kanzlerin Angela Merkel warnt davor. 

Dem Schengen-System für passfreie Grenzen droht Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zufolge im Zuge der Flüchtlingskrise das Aus. Er sei nicht sehr optimistisch, dass das Schengener Abkommen noch eine Überlebenschance habe, sagte Dijsselbloem, der auch niederländischer Finanzminister ist, dem "Handelsblatt" vom Freitag.

"Wir können unseren Sozialstaat auf Dauer nicht aufrechterhalten, wenn der Zustrom der Asylbewerber weiter so anhält." Es fehle aber an Solidarität in der EU und an politischem Willen, die Lasten gerechter zu verteilen und die EU-Außengrenzen besser zu schützen. Wenn sich dies nicht ändere, müssten sich Länder wie die Niederlande, Deutschland, Schweden, Österreich und Belgien zu einer Art Mini-Schengen zusammenschließen.

Das wäre jedoch eine suboptimale Lösung und hätte negative politische und wirtschaftliche Folgen für alle. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kürzlich mehr Solidarität unter den EU-Mitgliedstaaten in der Flüchtlingskrise angemahnt um das Schengen-System zu retten. Notwendig sei ein permanenter und verbindlicher Verteilmechanismus, forderte Merkel am Mittwoch im Bundestag. Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker warnte vor einem Schengen-Aus. Dann wäre auch der Euro als Gemeinschaftswährung in Gefahr.
 

(jf, REU)
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