| 14.57 Uhr

Schuldenkrise
Griechenland erwägt Bankenschließungen am Montag

Schuldenkrise - Griechenland erwägt Bankenschließung am Montag
FOTO: dpa, av sh hpl
London. Griechenland erwägt Finanzminister Yanis Varoufakis zufolge die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen sowie eine Schließung der Banken am Montag. Die EZB hat angekündigt, an den Nothilfen für griechische Banken festzuhalten.

Nach dem Scheitern der Schuldengespräche mit den internationalen Geldgebern erwägt die griechische Regierung die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen. In der Nacht zu Montag werde auch darüber beraten, die Banken am Montag geschlossen zu halten, sagte Finanzminister Yanis Varoufakis der BBC.

Dies teilte der BBC-Redakteur Nick Sutton vor Ausstrahlung des Interviews am Sonntag über Twitter mit. Die Regierung in Athen war am Samstag bei den 18 anderen Staaten der Euro-Zone mit ihrem Vorhaben gescheitert, das am Dienstag auslaufende Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Land zu verlängern.

Ungewiss ist nun, ob das Land seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Am Dienstag wird eine Überweisung an den Internationalen Währungsfonds in Höhe von 1,6 Milliarden Euro fällig.

Unterdessen hat die Europäische Zentralbank angelkündigt, an den ELA-Nothilfen für griechische Geldinstitute festzuhalten. Das Volumen werde auf dem jetzigen Niveau belassen.

Update 15.54 Uhr: Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis hat einer Twitter-Nachricht seine ablehnende Haltung zu sogenannten Kapitalverkehrskontrollen bekräftigt. Damit würde zum Beispiel die Beträge für Abhebungen an Geldautomaten auf relativ kleine Summen gekappt. "Kapitalkontrollen in einer Währungsunion sind ein Widerspruch in sich. Die griechische Regierung lehnt dieses Konzept ab", schrieb Varoufakis bei dem Kurznachrichtendienst.

Varoufakis, der Chef der griechischen Notenbank, Giannis Stournaras, und weitere Verantwortliche des Finanzsektors wollten sich nach Angaben aus griechischen Medien am Sonntagnachmittag in Athen zu einer Krisensitzung treffen, um die schwierige Situation der Banken zu diskutieren.

Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Nothilfen für die Banken nicht zu kappen, sondern zunächst konstant zu halten, ist das schlimmste Szenario für die Banken vorübergehend vom Tisch. Ob die Finanzinstitute am Montag ihren Verpflichtungen gegenüber Kunden uneingeschränkt nachkommen können, gilt aber als unsicher.

(REU)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Schuldenkrise - Griechenland erwägt Bankenschließung am Montag


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.