EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy atmet noch einmal tief durch: Nach Verhandlungen bis in die frühen Morgenstunden ist beim Euro-Krisengipfel in Brüssel ein Durchbruch gelungen. Die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion einigten sich mit den Banken am Donnerstagmorgen darauf, Griechenland rund die Hälfte seiner Schulden zu erlassen.
Zudem wird der EFSF um einen neuen Fonds für Auslandsinvestitionen erweitert. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will so schnell wie möglich mit seinem chinesischen Kollegen Hu Jintao sprechen, um ihn für Investitionen in den EFSF-Topf zu gewinnen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich "sehr zufrieden" mit den Ergebnissen. Die Welt habe auf das Treffen geschaut. Die Europäer seien den Erwartungen gerecht geworden, sagte sie. Die lange Nacht der Debatte hat ihre Spuren hinterlassen: Merkels Augen sind gerötet.
Auch IWF-Chefin Christine Lagarde sieht müde und abgespannt aus. Sie sagte: "Es war viel Arbeit, aber sie war die Mühe wert."
Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou war sichtlich erleichtert, er umarmt Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Papandreou zeigte sich zuversichtlich: "Wir müssen die Belastung durch unsere Vergangenheit loswerden und in eine neue Ära für unser Land starten."
EU-Kommissionschef José Manuel Barroso strahlt, nachdem die stundenlangen Beratungen ein Ende gefunden haben. Er nannte die Einigung einen "sehr soliden Schritt nach vorne".
Den letzten Gute-Nacht-Gruß liefert Jean-Claude Juncker. Eine Reporter-Bitte um ein Interview bescheidet der Luxemburger knapp: "Ganz schnell, weil ich muss schlafen."