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Grünen-Bundestagsfraktion besorgt
Trittin warnt vor Griechenland-Pleite

Grünen-Bundestagsfraktion besorgt: Trittin warnt vor Griechenland-Pleite
"Kühlen Kopf bewahren": Jürgen Trittin. FOTO: dapd, dapd
Berlin. Aus Angst vor einer Ausweitung der Euro-Krise will der Internationale Währungsfonds (IWF) seine finanzielle Schlagkraft um 500 Milliarden Dollar (391 Milliarden Euro) erhöhen. Darin seien die zugesagten 200 Milliarden Euro der europäischen Staaten bereits enthalten, teilte der IWF mit.

Der globale Finanzbedarf des Fonds belaufe sich in den kommenden Jahren auf insgesamt eine Billion Dollar. Der Fonds prüfe derzeit Möglichkeiten der Finanzierung, um die Kreditressourcen aufzustocken, hieß es.

Bisher hat der Fonds mit Sitz in Washington Mittel in Höhe von 385 Milliarden Dollar für die Euro-Rettung zur Verfügung gestellt. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte am Dienstag erklärt, viele Exekutivdirektoren des Fonds hielten es für vordringlich, die Krise auf die Euroländer zu begrenzen und ein Übergreifen auf den Rest der Welt zu verhindern. Der Fonds drängt daher China, Brasilien, Russland, Indien und Japan sowie reiche Ölstaaten zu einem Beitrag für die angepeilte Aufstockung.

Gleichzeitig senkte gestern die Weltbank ihre Konjunkturprognosen für 2012 wegen der Euro-Schuldenkrise. Sie warnte vor einer Rezession in der Eurozone, während sie die Bundesregierung Deutschland als Stabilitätsanker sieht. Die deutsche Wirtschaft werde 2012 um 0,7 Prozent wachsen, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht, der gestern vorgestellt wurde.

Dagegen sagte die Weltbank für die Eurozone insgesamt eine Schrumpfung um 0,3 Prozent voraus. Die Weltwirtschaft werde nur um 2,5 Prozent zulegen, bisher prognostiziert hatte die Weltbank 3,6 Prozent. Sie warnte vor einem globalen Absturz wie nach der Lehman-Pleite 2008, sollte die Euro-Krise nicht eingedämmt werden.

In Athen wurden die Verhandlungen über den Forderungsverzicht der Banken fortgesetzt. Der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, hat die Bundesregierung aufgefordert, alles zu tun, um eine Insolvenz Griechenlands zu verhindern. "Es liegt im überragenden Interesse sowohl Griechenlands als auch der EU, eine drohende Insolvenz Griechenlands abzuwenden", sagte Trittin unserer Redaktion.

In den Verhandlungen um neue Hilfen und die Beteiligung des Privatsektors werde jetzt auf allen Seiten hoch gepokert. Daher gelte es, "kühlen Kopf zu bewahren".

(RP/csi)
 
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