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Trotz russischer Manöver
Nato-Staaten reduzieren Luftraumüberwachung

Russische Bomber: Zwischenfälle über Nord- und Ostsee
Russische Bomber: Zwischenfälle über Nord- und Ostsee FOTO: UK MOD
Brüssel. Ungeachtet intensiver russischer Manöver halbieren die Nato-Staaten die Zahl ihrer Kampfjets für die verstärkte Luftraumüberwachung im Baltikum.

Wie eine Bündnissprecherin am Dienstag bestätigte, stehen von September an nur noch acht der 16 Flugzeuge zur Verfügung. Vier davon wird Deutschland stellen, die anderen vier Ungarn. Nach Angaben aus der Nato-Zentrale in Brüssel gefährdet das reduzierte Engagement vorerst nicht die Fortsetzung des Einsatzes.

Militärisch gesehen seien nur acht Flugzeuge für die Luftraumüberwachung in Estland, Lettland und Litauen notwendig, sagte Sprecherin Carmen Romero.

In Bündniskreisen wurde hinter vorgehaltener Hand allerdings auch Kritik geäußert. Die Halbierung der Kapazitäten könnte angesichts des noch immer nicht gelösten Ukraine-Konflikts ein "falsches politisches Signal an Moskau" senden, hieß es.

Nach Nato-Angaben wurde in diesem Jahr bereits mehr als 240 Mal mit Kampfjetstarts auf russische Flugmanöver im internationalen europäischen Luftraum reagiert. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 442 solcher "Alarmstarts". Etliche davon wurden auch von deutschen Kampfjets absolviert.

Die Bundeswehr beteiligte sich bereits im letzten Quartal des vergangenen Jahres mit vier Eurofightern an der verstärkten Nato-Luftraumüberwachung im Baltikum. Derzeit sind Norwegen, Großbritannien, Belgien und Italien mit je vier Flugzeugen vor Ort.

Nicht bestätigen wollte das Bündnis am Dienstag Informationen der britischen Tageszeitung "The Guardian". Sie berichtete unter Berufung auf russische Behörden, dass sich auch die Zahl der "taktischen Starts" von Nato-Jets im Zuge der Ukraine-Krise "mehr als verdoppelt" habe. In der Nähe der russischen Grenzen soll es demnach 2014 mehr als 3000 entsprechende Flüge gegeben haben.

(dpa)
 
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