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Flüchtlingspolitik
Ungarn will Grenze zu Serbien dichtmachen

Das ist Viktor Orban
Das ist Viktor Orban FOTO: afp, iw
Budapest. Ungarn will angesichts der wachsenden Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern die Kontrollen an seiner Grenze zu Serbien verstärken. Auch einen Stacheldraht schließt die Regierung nicht aus.

Nach einem Vorschlag der regierenden Fidesz-Partei von Viktor Orban vom Dienstag sollen Polizei künftig Flüchtlinge zurückschicken können, die illegal in das Land zu gelangen versuchen. Der Vize-Vorsitzende der Partei, Lajos Kosa, sagte, es sei geplant, die Grenze durch legale Maßnahmen dicht zu machen. Das bedeute aber nicht, einen eisernen Vorhang aufzubauen.

In Ungarn wurden in diesem Jahr bislang mehr als 50.000 Asylanträge gestellt, 2014 waren es 43.000, 2012 lediglich etwas mehr als 2150.
Früher kamen die meisten Asylbewerber aus dem Kosovo. Seit März stammt die Mehrzahl aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.

Regierungssprecher Zoltan Kovacs sagte, das Vorhaben halte Menschen aus sicheren Ländern davon ab, illegal nach Ungarn zu kommen und Asylanträge zu stellen. "Es ist nicht wahr, dass die Leben derjenigen in Gefahr sind, die aus Griechenland oder Serbien kommen", sagte er.

Er schloss nicht aus, dass ein Stacheldrahtzaun an der Grenze errichtet werde. "Wir hoffen das Beste, sind aber auf das Schlimmste vorbereitet", sagte er.

(ap)
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