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Unicef
Vor allem Frauen und Kinder flüchten jetzt nach Europa

Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht
Von Albanien bis zum Südsudan: Ursachen der großen Flucht FOTO: ALESSANDRO BIANCHI
Genf. Im Juni 2015 waren noch zu 73 Prozent männliche Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Inzwischen aber besteigen vor allem Frauen und Kinder die Boote, wie das Kinderhilfswerk Unicef mitteilt.

Die Grenze von Griechenland nach Mazedonien überquerten aktuell zu fast 60 Prozent Frauen und Kinder, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Dienstag in Genf mit. Im Vergleich zur Situation vor einem halben Jahr habe sich der Anteil der Kinder verdreifacht.

Die Entwicklung bedeute, "dass mehr Menschen auf dem Meer in Gefahr sind, besonders im Winter, und mehr Schutz an Land brauchen", sagte Marie-Pierre Poirier, Unicef-Koordinatorin für die Flüchtlingskrise.

Bei der Flucht übers Mittelmeer kamen laut Helfern allein im Januar 368 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Männer, Frauen und Kinder starben am letzten Januar-Wochenende vor den Küsten Griechenlands, der Türkei und Italiens, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit.

Auch die Zahl der Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten ist demnach im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat extrem gestiegen. Mehr als 67 000 Menschen gelangten über das Mittelmeer nach Europa, vor allem Griechenland. 2015 waren es nur 5000. Jeder Dritte war minderjährig.
Allein am 1. Februar setzten laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR fast 1250 weitere Bootsflüchtlinge von der Türkei auf die griechischen Inseln über.

In der griechischen Hafenstadt Piräus kamen wieder mehr als 1700 Migranten von den Inseln in der Ostägäis an, am Montag waren es fast 6500. Sie waren in den vergangenen Tagen aus der Türkei übergesetzt, wie die Küstenwache mitteilte.

In der Nacht zum Dienstag machten sich mehr als 70 Busse mit Migranten auf den Weg zum Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien bei Idomeni-Gevgelija, wie Augenzeugen berichteten.
Reportern sagten sie, sie wollten weiter Richtung Norden. Meist stammten sie aus Syrien, Irak und Afghanistan.

(das/dpa)
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