| 18.19 Uhr

Vor dem EU-Sondergipfel
EU-Ratspräsident Donald Tusk will Grenzen offen sehen

Wien: EU-Ratspräsident Donald Tusk will Grenzen offen sehen
Donald Tusk reist dieser Tage durch Europa. FOTO: afp, DN
Wien. Bei seiner Reise entlang der Balkanroute wirbt EU-Ratspräsident Donald Tusk für offene Grenzen in Europa. Am Dienstag machte er zunächst in Österreich Station. 

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat vor dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise am 7. März für offene Grenzen in Österreich und entlang der Balkanroute geworben. "Wir schlagen heute ein neues Kapitel in unserem Kampf in der Flüchtlingskrise auf: "Zurück zu Schengen"", sagte Tusk am Dienstag in Wien zum Auftakt einer Reise nach Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Griechenland.

Europa müsse sich gemeinsam den humanitären Folgen der Entwicklung stellen, sagte Tusk nach einem Gespräch mit Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ). Ein Ausschluss Griechenlands aus dem Schengen-Raum der offenen Binnengrenzen würde das Vertrauen in die EU weiter sinken lassen. "Der Test für den europäischen Geist ist zum einen die Rückkehr zu Schengen und zum anderen die Unterstützung für Athen", sagte Tusk, der am Nachmittag nach Slowenien weiterreiste.

Tusk zeigte Verständnis für Grenzschließungen

In Wien äußerte Tusk Verständnis für Länder, die wegen der Flüchtlingskrise Grenzkontrollen wiedereinführen. Dies sei keine einfache Entscheidung, sagte der Pole. "Aber die Wahrheit ist, dass es keine Alternative dazu gibt. Ich kann nur hoffen, dass diese schwierige Wahrheit endlich von allen in Europa verstanden wird", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters zufolge.

Tusk erkannte das Engagement Österreichs in der Asylfrage im vergangenen Jahr ausdrücklich an. Das Land habe viele Monate "im Zentrum des Sturms" gestanden. Faymann betonte erneut seine Bereitschaft, an einer Alternative zu nationalen Schritten mitzuarbeiten. "Europa lebt von der gemeinsamen europäischen Lösung." Aber die neue restriktive Flüchtlingspolitik Österreichs sei aktuell unumgänglich. "Nein, wir schaffen das nicht", verteidigte Faymann die von Österreich eingeführten Asyl-Obergrenzen und Grenzkontrollen.

In den kommenden vier Tagen will Donald Tusk von Wien bis Ankara entlang der Balkanroute reisen und unterwegs mit insgesamt sieben Staats- und Regierungschefs über die Flüchtlingskrise sprechen.

(kl/dpa/reu)
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