| 13.23 Uhr

Währungsunion unumkehrbar?
Griechenland hat keine Notenpressen für Drachme mehr

Griechische Rentner strömen zu den Banken
Griechische Rentner strömen zu den Banken FOTO: afp, am/JK
Athen. Eine Rückkehr vom Euro zur Drachme würde Griechenland nach Angaben von Finanzminister Giannis Varoufakis auch vor äußerst praktische Probleme stellen. "Wir haben die Notenpressen zerstört", sagte Varoufakis am Donnerstag im australischen Radiosender ABC.

Im Jahr 2000, ein Jahr vor der Einführung des Euros, war nach seinen Worten "eines der ersten Dinge, die wir tun mussten, alle unsere Notenpressen loszuwerden" - als Teil einer Beteuerung, dass "diese Währungsunion unumkehrbar ist". Zum Drucken der Drachme habe Griechenland somit "keine Kapazitäten" mehr.

Angesichts der festgefahrenen Lage im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern wird über ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone spekuliert. Am Sonntag will die griechische Regierung die Bevölkerung in einem Referendum über die Forderungen der Gläubiger abstimmen lassen. Sie wirbt dabei massiv für ein Nein zu den Vorschlägen.

Porträt: Varoufakis – Medienexperte und Ex-Finanzminister FOTO: dpa, el ase

Vertreter von Regierungen mehrerer Euroländer - darunter Deutschland, Frankreich und Italien - erklärten das Referendum bereits zum Votum über einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Laut einer aktuellen Umfrage liegen die Gegner des Gläubigerangebots derzeit mit 46 Prozent vor den Befürwortern mit 37 Prozent. Viele Griechen sind aber noch unentschlossen.

(AFP)
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