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Griechenlands Finanzminister
Giannis Varoufakis: Bitte erlaubt uns die Reformen!

Porträt: Varoufakis – Medienexperte und Ex-Finanzminister
Porträt: Varoufakis – Medienexperte und Ex-Finanzminister FOTO: dpa, el ase
Berlin. Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis hat die Vorschläge der Geldgeber zur Lösung der Schuldenkrise zurückgewiesen. "Bitte erlaubt uns Reformen" - mit diesen Worten warb Varoufakis in Berlin statt dessen für die Vorschläge der Links-Rechts-Regierung in Athen.

"Diese griechische Regierung ist in der Lage, die Bevölkerung zu überzeugen", sagte der Minister bei einer Veranstaltung der Hans-Böckler-Stiftung. Die Regierung in Athen sei flexibel. Reformen etwa des Renten- und Steuersystems sowie auf dem Arbeitsmarkt könnten nicht gelingen, wenn eine Bevölkerung weiter ausgepresst werde, erklärte der Ökonom.

Yanis Varoufakis zu Gast in Berlin

Aus Sicht von Varoufakis müssten mehr Steuern eingezogen, aber die Raten gesenkt werden. Das Rentensystem müsse reformiert werden, aber nicht durch Kürzungen. Die Arbeitsbedingungen erinnerten teils an Sklaverei, sagte Varoufakis. Etwa 500 000 Menschen seien seit einem halben Jahr nicht mehr bezahlt worden.Varoufakis erneuerte die Forderung nach Verlagerung und Streckung von griechischen Schulden bei der Europäischen Zentralbank auf den Euro-Rettungsfonds ESM. Dies war allerdings schon vor Monaten von den Gläubigern abgelehnt worden.

Varoufakis hatte zuvor seinen Amtskollegen Wolfgang Schäuble (CDU) getroffen. Er sagte, die eineinhalbstündige Unterredung sei produktiv gewesen. Varoufakis nannte es einen Fehler, zu sagen, Deutschland habe nicht genug an Griechenland gezahlt: "Deutschland hat mehr als genug gezahlt - aber aus falschen Gründen." Mit dem Geld sei nicht geholfen worden. Varoufakis erinnerte an die "Hoffnungsrede für Deutschland" von US-Außenminister Byrnes 1946. Eine solche Rede solle auch Kanzlerin Angela Merkel halten.

(dpa)
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