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Oldenburg
Ex-Pfleger Niels H. soll 90 Menschen getötet haben

Oldenburg. Der verurteilte Patientenmörder Niels H. könnte laut Polizei für die größte Mordserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte verantwortlich sein. Der heute 40-Jährige soll mindestens 84 weitere Menschen an den Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst in Niedersachsen umgebracht haben. Das ist das Ergebnis fast dreijähriger Ermittlungen, das Polizei und Staatsanwaltschaft in Oldenburg vorstellten. Wegen sechs Taten sitzt der Ex-Pfleger bereits lebenslang in Haft. Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres will die Staatsanwaltschaft erneut Anklage erheben.

Niels H. hatte gestanden, Patienten eine Überdosis von Medikamenten gespritzt zu haben, um sie anschließend wiederbeleben zu können. Damit wollte er sich vor Kollegen als heldenhafter Retter beweisen. Mehr als 130 verstorbene Patienten ließ die Sonderkommission der Polizei ausgraben und auf Rückstände von Medikamenten testen. Weil viele ehemalige Patienten eingeäschert worden seien, könne bei ihnen aber kein Nachweis mehr erbracht werden. Die Ermittler vermuten daher, dass die Zahl der Opfer weit höher ist.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert schärfere Konsequenzen aus der Mordserie. In vielen der bundesweit 2000 Krankenhäusern seien die Kontrollen nicht verschärft worden, und ein anonymes Meldesystem fehle.

(dpa)
 
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