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Zusammenhang mit Leukämie so gut wie ausgeschlossen: Experte: "Benzol giftiger als Uran"

zuletzt aktualisiert: 09.01.2001 - 15:23

Berlin (dpa). Das Münchner Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) schätzt die Leukämiegefahr durch Uran-Munition als gering ein.

Im Deutschlandfunk betonte der Direktor des GSF- Institutes für Strahlenschutz, Herwig Paretzke, am Dienstag: «Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann ich ausschließen, dass die Uran- Geschosse irgendetwas mit den beobachteten Leukämieerkrankungen zu tun haben.»

Herumliegende Urangeschosse strahlten nicht höher als etwa einen Meter, die lebenswichtigen Organe eines Menschen lägen aber höher. Auch die Gefährdung durch aufgewirbelten Uranstaub hielt der Experte für gering, weil die aufgewirbelten Mengen für eine Gesundheitsgefährdung nicht groß genug seien. Paretzke hat für die Bundesregierung eine Gruppe von 118 Soldaten nach ihrem Kosovo- Einsatz untersucht.

Eine viel größere Leukämie-Gefahr sieht Paretzke bei häufigem Umgang mit Treibstoffen, die das gefährliche Benzol enthielten. Neben dieser chemischen Infektion gebe es noch die Möglichkeit einer Virusinfektion. Soldaten aus Deutschland begäben sich während eines Kosovo-Einsatzes in eine andere virale Umgebung. Für die dort vorkommenden Viren sei ihr Abwehrsystem möglicherweise nicht geeignet. An diesem Dienstag berät in Brüssel erstmals seit Beginn der Debatte über einen möglichen Zusammenhang zwischen radioaktiver Munition und Leukämieerkrankungen die NATO über das Thema.

Quelle: RPO Archiv

 
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