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Geringes Strahlenrisiko: Experte hält Verbot von Uranmunition für nicht notwendig

zuletzt aktualisiert: 11.01.2001 - 14:43

Essen (dpa/lnw). Das deutsche Mitglied im Hauptgremium der Internationalen Strahlenschutzkommission, Prof. Christian Streffer, hält ein Verbot uranhaltiger Munition aus Strahlenschutzgründen für nicht erforderlich. "Das Strahlenrisiko ist sehr gering", sagte Streffer am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Kommissionsmitglied empfahl, betroffene Soldaten auf erhöhten Urangehalt im Urin hin zu untersuchen.

Im Explosionsfall könne ein Soldat in unmittelbarer Nähe eine maximale Strahlendosis von zehn Millisievert aufnehmen, die Hälfte der von der Kommission empfohlenen jährlichen Höchstmenge. "Bei Aufräumarbeiten liegt die Alphastrahlung noch deutlich niedriger", sagte Streffer. Aufgenommen werden kann die an Partikel gebundene Alphastrahlung vorwiegend über die Atemluft, aber auch durch Nahrung und über offene Wunden. Auf natürliche Weise nehme der Mensch im Jahr durchschnittlich 2,4 Millisievert auf.

"Wenn die Alphastrahlung vom Körper aufgenommen worden ist, kann sie im Urin auch nach Monaten noch nachgewiesen werden", sagte Streffer. Erhöhter Urangehalt könne zumindest auf einen Zusammenhang zwischen der Spezialmunition und einer Leukämieerkrankung hindeuten. Es gebe aber auch andere Strahlenquellen, beispielsweise in den Medizin.

Streffer ist Strahlenbiologe am Institut für Wissenschaft und Ethik der Uniklinik Essen und ist als einziger Deutscher in das Hauptgremium der Internationalen Strahlenkommission (ICRP) entsandt worden. Das 13-köpfige Gremium erarbeitet Empfehlungen für den Strahlenschutz, insbesondere für Grenzwerte und Berechnungsverfahren für radioaktive Risiken.

Quelle: RPO Archiv

 
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