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Berlin/Düsseldorf
Experten: 15 Millionen pro Jahr für beste Unis

Berlin/Düsseldorf. 2017 läuft die Hochschul-Exzellenzinitiative aus. Eine Kommission macht Vorschläge für die Zeit danach. Von Frank Vollmer

Dass es weitergehen soll, bis 2028 wohl, darin sind sich alle einig - bloß wie? Die Rede ist von der "Exzellenzinitiative" für die deutschen Universitäten, mit der Bund und Länder seit 2005 Spitzenforschung fördern. 4,6 Milliarden Euro zusätzlich zur laufenden Uni-Finanzierung sind bisher geflossen. Nun hat eine internationale Experten-Kommission unter Vorsitz des Schweizers Dieter Imboden Empfehlungen für die Zeit nach 2017 vorgelegt - dann nämlich läuft die zweite Runde der Initiative aus.

Es gebe keinen anderen Weg als die Fortsetzung des Wettbewerbs, sagte Imboden gestern bei der Vorstellung der Empfehlungen seiner Kommission. Die Initiative habe neue Dynamik in die deutsche Uni-Landschaft gebracht. Um "auf Augenhöhe mit den Besten" etwa in Großbritannien und den USA zu kommen, sei jedoch noch viel Arbeit nötig. Imboden schlägt daher "Exzellenzprämien" von je 15 Millionen Euro für die zehn besten Unis vor. Vergeben werden könnten die Mittel anhand eines Rankings. Nötig sei ein jährliches Gesamtvolumen von mindestens 500 Millionen Euro.

Die Exzellenzinitiative fördert einerseits Universitäten als Ganzes ("Zukunftskonzepte", landläufig als "Elite-Unis" bekannt), andererseits einzelne Forschungseinrichtungen - Graduiertenschulen für Doktoranden und "Exzellenzcluster", also Forschungsverbünde zu einem Großthema. NRW hat derzeit zwei Elite-Unis (Aachen und Köln), fünf Graduiertenschulen und zehn Exzellenzcluster. Imboden schlägt nur noch zwei Förderlinien vor. Denn gute Doktorandenausbildung müsse selbstverständlich sein.

Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) sieht sich durch den Bericht bestätigt: "Wir haben jetzt eine Orientierungshilfe, um den Rahmen für den neuen Wettbewerb zu setzen." Der müsse dann "wissenschaftsgeleitet entschieden werden". Was sich in der laufenden Runde bewährt habe, müsse weitergeführt werden.

Eine Entscheidung, wie nach 2017 weitergefördert werden soll, wird bis Mitte des Jahres erwartet. Die Bundesregierung plant mindestens vier Milliarden Euro ein; zudem sollen mit einer Milliarde Euro Karrieren junger Wissenschaftler gefördert werden. Ungeduldig sind die Unis bereits, weil die Antragstellung Monate braucht. Um Zeitnot zu vermeiden, schlägt Imboden vor, alle Förderungen pauschal um zwei Jahre bis Ende 2019 zu verlängern. "Die Zeit, die notwendig ist, wird den Hochschulen gegeben", versprach gestern Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Quelle: RP
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