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Berlin
Experten: 3,5 Milliarden Euro pro Jahr mehr für Bildung

Berlin. Kaum eine Herausforderung dürfte für die deutschen Kindergärten, Schulen und Universitäten größer sein, als die hierher geflohenen Kinder und jungen Erwachsenen aufzunehmen. Dafür seien bereits im kommenden Jahr 3,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Ausgaben nötig. Das geht aus dem "Bildungsmonitor 2016" hervor, den das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der von Unternehmen finanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ermittelt hat. Von Jan Drebes

Nötig sind demnach 100.000 Kita-Plätze, etwa 200.000 Schulplätze sowie bis zu 30.000 Lehrkräfte. Rund 120.000 jugendliche Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorzubereiten, würde allein 1,2 Milliarden Euro kosten. Die IW-Bildungsexperten sind sich aber einig, dass sich derlei staatliche Mehrausgaben nach wenigen Jahren lohnen - die Kosten einer gescheiterten Integration seien mittel- und langfristig erheblich höher, etwa wegen hoher Ausgaben für Arbeitslosen- und Sozialhilfe.

Besorgniserregend ist aus ihrer Sicht jedoch, dass die Bundesländer zuletzt eher Rückschritte bei der Integration von Ausländern in das Bildungssystem gemacht hätten. So stieg dem aktuellen Bildungsmonitor zufolge die Schulabbrecherquote unter Ausländern innerhalb eines Jahres von 10,7 auf 11,9 Prozent. Dabei fußt die Studie zumeist auf Zahlen von 2014 und 2015. Die Zuwanderung im vergangenen Jahr floss in die Betrachtung noch nicht ein.

Im Bildungsvergleich der Länder - in Sachen Schulqualität, Arbeitsmarktorientierung oder Ganztagsbetreuung - schnitten die Sachsen am besten ab, wie schon beim vorangegangenen Bildungsmonitor 2013. Dahinter folgen Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg. Nordrhein-Westfalen landet lediglich auf Platz 14 von 16.

(jd)
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