Fast gesamte Regierung in Kirgisien tritt zurück
zuletzt aktualisiert: 02.05.2006 - 14:04
Bischkek (AFP). Der wegen seiner Amtsführung kritisierte kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew gerät immer stärker unter Druck. Am Dienstag traten 14 der 16 Minister zurück, wie Regierungssprecherin Rosa Daudowa mitteilte. Auch Regierungschef Felix Kulow könne noch zurücktreten, fügte sie hinzu. Am Montag hatten bei einer Großkundgebung in der Hauptstadt Bischkek 10.000 Demonstranten Bakijews Rücktritt verlangt. Die Opposition forderte den Staatschef und seinen Ministerpräsidenten Kulow ultimativ auf, die von ihnen versprochenen Reformen innerhalb eines Monats umzusetzen. Andernfalls werde die Opposition erneut demonstrieren und den Rücktritt der gesamten Exekutive verlangen. Bakijew war im März 2005 nach dem Sturz seines Vorgängers Askar Akajew an die Macht gekommen. Viele Kirgisen sind tief enttäuscht, weil in ihren Augen auch die neue Regierung keinen wirtschaftlichen Fortschritt gebracht hat. Zudem ist die Lage im Land instabil: In einem Jahr wurden drei Abgeordnete ermordet, mehrfach gab es Aufstände in Gefängnissen. Nichtregierungsorganisationen und internationale Beobachter beklagen eine Zunahme des organisierten Verbrechens. Einer der mutmaßlichen Mafiabosse wurde kürzlich ins Parlament gewählt.
Quelle: afp2
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