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Persönlich
Lutz Bachmann . . . will jetzt seine eigene Partei

Mit Entstehung der Wutbürgerbewegung "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes"- kurz: Pegida - wurde Lutz Bachmann Ende 2014 bekannt. Als Gesicht des islam- und fremdenfeindlichen Vereins bringt er jeden Montag Demonstranten in Dresden und anderen deutschen Städten auf die Straßen.

Dabei greift der gebürtige Sachse, der sich selbst mehr als "ganz kleines Zahnrad in etwas viel Größerem" sieht, regelmäßig zum Mikrofon. Er bekommt viel Beifall, fast egal, was er sagt, meistens etwas gegen Flüchtlinge und die "Lügenpresse". Weil er auf Facebook Asylbewerber als "Viehzeug", "Dreckspack" und "Gelumpe" bezeichnet hatte und die Staatsanwaltschaft Dresden wegen Volksverhetzung ermittelte, trat er 2015 kurzzeitig aus dem Pegida-Vorstand aus. Schon früher geriet der 43-Jährige, der für "null Toleranz" gegenüber straffällig gewordenen Zuwanderern plädiert, mit dem Gesetz in Konflikt - wegen Körperverletzung, Einbruchs, Diebstahls und Drogenhandels.

Der gelernte Koch, der nach dem Abitur für den väterlichen Metzgerbetrieb Bratwürste auf dem Dresdener Striezelmarkt verkaufte, wurde 1998 wegen 16-fachen Einbruchs mit Diebstahl zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, floh nach Südafrika, lebte dort zwei Jahre unter falschem Namen, bis er 2000 abgeschoben wurde. Dann saß er 14 Monate Haft ab und lebt seither mit Frau Vicky und Jack-Russell-Terrier "Bärbl" in Dresden, betreibt eine Werbeagentur und Pegida. Als Reaktion auf ein Vereinsverbot kündigte er nun die "Freiheitlich Direktdemokratische Volkspartei" (FDDV) an. Diese soll aber nicht in direkte Konkurrenz zur AfD treten. Auf Gegenliebe stieß seine Idee nicht, so schloss AfD-Bundesvize Alexander Gauland bereits jede Zusammenarbeit aus. Und beim Bundeswahlleiter wurde bisher noch gar keine neue Partei angemeldet.

Julia Rathcke

Quelle: RP
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