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Düsseldorf
FDP-Mitglieder in NRW für Wahlfreiheit bei G 8

Düsseldorf. Die FDP in NRW will das umstrittene "Turbo-Abitur" zum zentralen Thema im Landtagswahlkampf machen. "Unsere Mitglieder sind mit großer Mehrheit dafür, jedes Gymnasium selbst entscheiden zu lassen, ob es acht oder neun Schuljahre anbieten will", sagte Generalsekretär Johannes Vogel gestern bei der Vorstellung einer Mitgliederbefragung zu diesem und anderen Themen. Er gehe davon aus, dass die Partei beim Beschluss des Wahlkampfprogramms im November "diesem Fingerzeig der Mitglieder nicht widersprechen wird".

Die FDP hatte ihre Mitglieder per E-Mail befragt; knapp ein Drittel beteiligte sich an der Umfrage. Rund 70 Prozent davon sind für Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium (G 8 und G 9).

Aus Vogels Sicht überraschend war hingegen, dass mehr FDP-Mitglieder als gedacht an der allgemeinen Sonntagsruhe festhalten wollen. Nur 48 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wünschen sich, dass die Geschäfte stets auch sonntags öffnen dürfen. 38 Prozent bevorzugen die gegenwärtige Regelung, die die Sonntagsruhe schützt.

Eindeutiger fiel das Votum bei der Frage aus, ob die Verbesserung der Qualität an Kindergärten wichtiger sei als die Abschaffung der Elternbeiträge. 77 Prozent sind dafür, zunächst die Qualität der Kindergärten (etwa in der Form verlängerter Öffnungszeiten) zu steigern und erst danach über kostenlose Kitas nachzudenken.

Auf den Wahlfreiheits-Vorstoß der FDP beim Thema G 8 reagierte noch gestern der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung NRW, Udo Beckmann: "Kehrt der G 9-Bildungsgang für die Gymnasien zurück, unterscheidet sich das Gymnasium kaum noch von der Gesamtschule", warnte Beckmann.

(tor)
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